Newsletter vom 06.06.2013

NEWSLETTER / 06.06.2013

Sehr geehrte Damen und Herren

Was hat Software-Entwicklung mit Handcreme zu tun? In unserem Hauptartikel wird’s erklärt.
Und im Kommentar zeigen wir Ihnen, wie individuell in Zukunft Hunde eingekauft werden können.

Viel Vergnügen
Michael Thoma
Organisation & Marketing

Individual-Handcreme

Nehmen wir einmal an, Sie möchten eine Handcreme kaufen. Nicht irgendeine, sondern eine mit den genau von Ihnen gewünschten Inhaltsstoffen und Eigenschaften. Eine solche Handcreme gibt es jedoch nicht.

Tube_200_20130530_thSie haben nun zwei Möglichkeiten: Sie kaufen ein Produkt, das ungefähr die gewünschten Inhaltsstoffe besitzt, jedoch auch viele, die Sie nicht mögen oder brauchen. Zweite Möglichkeit: Sie lassen sich von einem Handcreme-Produzenten die nach Ihren Vorgaben gemischte Handcreme produzieren.

Vor genau diesen Fragen stehen auch Unternehmer bei der Anschaffung einer Software-Lösung. Die Vorteile einer Lösung ab Stange liegen bei der schnellen Verfügbarkeit, der Möglichkeit diese vor dem Kauf zu testen, in der Regel günstigen Anschaffungskosten und vorhandenen Erfahrungswerten. Entsprechend kann ich Testberichte von Handcremes lesen, sie sofort im Laden um die Ecke kaufen und ausprobieren. Nun gibt es jedoch noch weitere Aspekte.

Erziele ich mit der 0815-Handcreme wirklich die erhofften Resultate? Oder bleibt ein Teil meiner Wünsche auf der Strecke? Machen mir im schlechtesten Fall Nebenwirkungen das Leben schwer?

Der Unternehmer erkennt möglicherweise erst im Betrieb, dass die Funktionen der Standard-Software den in seinem Betrieb gewachsenen Strukturen und Abläufen nicht gerecht werden. Im worst-case-Szenario kann sie betriebsspezifische Abläufe gar nicht abbilden. Auf der anderen Seite besteht die Gefahr, dass die mit übermässig vielen Funktionen ausgestattete Lösung unübersichtlich und kompliziert in der Anwendung ist, was – im übertragenen Sinn – zu Juckreiz führen kann. Das Zuwenig an firmenspezifischem Nutzen und das Zuviel an unnötigen Funktionen bremsen Abläufe und Prozesse in einem Unternehmen ständig aus. Die angezogene Handbremse ist Alltagsrealität.

Ein Blick in die Zukunft wirft weitere Fragen auf: Inwiefern lässt sich eine Lösung an die Entwicklungen der Firma in den nächsten Jahren anpassen? Bei Standardlösungen bestimmen deren Hersteller, was in welche Richtung erweitert wird. Als Besitzer einer Individuallösung bestimmen hingegen Sie, wann welche Teile wie weiterentwickelt werden.

Immer eine grosse Rolle spielt der finanzielle Aspekt: In den meisten Fällen wird die Anschaffung einer Individuallösung mit höheren Initialisierungskosten einhergehen. Bei der Wahl einer Standardlösung wird hingegen abzuschätzen sein, wie hoch die versteckten Kosten für Parametrierung, Anpassungen, Erweiterungen und für im täglichen Betrieb immer wiederkehrende, aufwändige Arbeiten aufgrund von nicht optimaler Anpassung an den Betrieb sein werden.

Das Ziel einer Software muss sein, die auf der Ausgabenseite am meisten ins Gewicht fallenden Arbeitsstunden der Mitarbeiter zu reduzieren und trotzdem die notwendigen Resultate zu liefern. Ungünstig – im wahrsten Sinne des Wortes – sind Applikationen, die schwerfällig sind und zudem keine Freude beim Bedienen aufkommen lassen. Mitarbeiter verlangen heute, dass Programme auch in der Gestaltung und der Bedienung überzeugen.

Wo der Missgriff bei einer Handcreme allenfalls unerwünschte Nebenwirkungen hat, muss bei der Wahl einer falschen Software eventuell mit ungenügender Effektivität und höheren Betriebskosten gerechnet werden.

In der Realität wird wohl niemand eine eigene Handcreme entwickeln lassen, das Verhältnis von Entwicklungsaufwand zu nutzbarem Produkt lässt kleine Nebenwirkungen unscheinbar erscheinen. Anders bei einer Software: Hier liegen Investition und Gegenwert gleichauf, und somit fallen daneben weitere Kriterien ins Gewicht.

Ich wünsche Ihnen eine schöne, individuelle Sommerzeit.

Kurt Bleisch
Geschäftsführer

Das Interview: Heute mit Larisa Bruggmann

Larisa Bruggmann hat bei der Prawda auf nicht ganz korrekt deklarierten amerikanischen PCs gearbeitet, ab dem 5. Lebensjahr sehr strenge Eiskunstlauf-Trainings erlebt und in der Schweiz eine neue Heimat gefunden.

Larisa_Bruggmann_200_275M.T: Du bist in Russland geboren. Wie hast du dieses Land erlebt?

L.B: Ich bin in Moskau geboren und habe dort studiert. Ich kenne das Land sehr gut, bin schon als Kind viel gereist, weil ich professionell Eiskunstlauf betrieben habe und so viel herumgekommen bin.

M.T: Dann hast du auch die Grösse des Landes erfahren.

L.B: Ja. Wenn man mit der transsibirischen Eisenbahn fährt, sieht man teils tagelang keine Häuser. Die Distanzen alleine in Moskau sind riesig. Bei viel Stau brauchst du mit dem Auto einen ganzen Tag, um von einem zum anderen Stadtende zu gelangen.

M.T: Wie stark ist die Tendenz der russischen Bevölkerung, vom Land in die Stadt zu ziehen?

L.B: Die Leute zieht es in die Stadt. 800 km von Moskau entfernt gibt es kaum Jobs. Vor allem die Jungen wollen dort weg.

Es gibt den Trend, in Moskau zu wohnen und arbeiten und ausserhalb eine Datscha, ein Ferienhaus, zu haben. Allerdings kann sich das nur eine kleine Schicht der Bevölkerung leisten.

M.T: Hattest du in deiner Kindheit einen Computer?

L.B: Nein, Leute brachten aus dem Ausland Taschenrechner mit, die allerdings in Russland in der Schule verboten waren. Mit 12 Jahren musste ich mich entscheiden, ob ich eine Karriere als Eiskunstläuferin einschlagen oder studieren möchte. Weil ich Mathematik liebe, habe ich mich für ein Studium entschieden.

M.T: Den Sportschulen im ehemaligen Ostblock sagt man ja nach, sie seien sehr streng.

L.B: Das ist so, du hattest keine Freizeit. Nach der Schule ging´s sofort in die Metro, unterwegs kurz etwas essen und dann ab ins Training, und dies ab dem 5. Lebensjahr. Die Trainer waren sehr streng. Wenn etwas in dir steckte, dann holten sie es aus dir heraus.

M.T: Was waren deine ersten Jobs als Programmiererin?

L.B: Ich arbeitete nach dem Studium bei der Prawda, da war ich Leiterin des Rechenzentrums. Da meine Mutter Deutsche war, wuchs ich zweisprachig auf. Deshalb arbeitete ich auch als Dolmetscherin an Messen. An einer solchen Ausstellung wurde mir von der Schweizer Firma Benninger das Angebot gemacht, die Moskauer Niederlassung aufzubauen.

M.T: Wie muss man sich das Programmieren im damaligen Ostblock vorstellen? Habt ihr mit der gleichen Software und Hardware wie im Westen gearbeitet?

L.B: Es gab eine Verbotsliste von US-Produkten, die uns nicht geliefert werden durften. In der Prawda hatten wir trotzdem amerikanische PCs. Die Verbotslisten wurden umgangen, indem die Geräte nicht ganz korrekt deklariert wurden.

Von amerikanischer Original-Software gab es sowjetische Kopien. So wurde, zum Beispiel, die Programmiersprache Assembler kopiert und daraus eine «neue» generiert. Das Gleiche passierte mit der Hardware. Studienkollegen von mir haben Leiterplatten auseinandergenommen um herauszufinden, was dort drin steckt.

M.T: Hat sich das Bild des bösen Westens in Russland seit Ende des kalten Kriegs stark verändert?

L.B: Die Amerikaner waren eigentlich nie «die Bösen», das wurde lediglich von den offiziellen Medien so verbreitet. Sicher gab es Leute, die das geglaubt haben.

Man las in der Zeitung auch, dass die Sowjetbürger «mit Freude erfüllt von den Träumen des Sozialismus» an Demonstrationen teilnahmen. Man wusste jedoch, dass die Leute an diese Demonstrationen gezwungen wurden, dass sie froren, sich jedoch nicht beschweren durften, um die Arbeit nicht zu verlieren oder sogar ins Gefängnis zu kommen. Wenn ein Mensch nur ein bisschen denken wollte, wusste er, dass alles gelogen war. Für uns gab es also keinen bösen Feind.

M.T: Weshalb lebst du heute in der Schweiz?

L.B: Heimat ist dort, wo man sich wohl fühlt. Und ich fühle mich in der Schweiz wohl. Ich hätte Russland nie verlassen, solange meine Eltern noch lebten. Inzwischen habe ich in dort keine direkten Verwandten mehr.

M.T: Gibt es Dinge, die du in der Schweiz vermisst? Was hättest du gerne in die Schweiz mitgenommen?

L.B: Es gibt ein russisches Sprichwort, das sagt: Man nimmt in ein fremdes Kloster keine eigenen Gesetze mit. Es gibt fast nichts, was mir hier fehlt.

M.T: Womit, ausser Programmierung, beschäftigst du dich heute?

L.B: Ich reise sehr gerne. In Anlehnung an Goethe, der geschrieben hat, «man hat so viele Leben gelebt wie man Sprachen spricht», möchte ich sagen: «Man hat so viele Leben gelebt wie man Länder bereist hat.»

User-Tipp: Spalten ausblenden in Excel 2010

Newsletter_Spalten_ausblenden_20130103_thIn Excel können Sie ganze Spalten ausblenden, damit zum Beispiel unwichtige Informationen nicht ausgedruckt werden. Machen Sie auf der Spaltenüberschrift der auszublendenden Spalte – dort wo sich ein oder mehrere Grossbuchstaben befinden – einen Rechtsklick. Wählen Sie im nun erscheinenden Kontextmenü Ausblenden, die Spalte wird sofort ausgeblendet. Diese wird nur noch durch eine etwas dickere Trennlinie zwischen den Nachbarspalten angezeigt. Um die Spalte wieder einzublenden, selektieren Sie beide Nachbarspalten: Klick auf die Spaltenüberschrift der linken Nachbarspalte, Shift-Taste drücken und halten, dann Klick auf die Spaltenüberschrift der rechte Nachbarspalte, Rechtsklick auf die Spaltenüberschrift, dann im Kontextmenü Einblenden wählen.
Sie können auch mehrere Spalten gleichzeitig ausblenden, indem Sie zu Beginn alle auszublendenden Spalten der Reihe nach mit gehaltener Shift- oder Ctrl-Taste selektieren.

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Kommentar

Wir schreiben das Jahr 2163. Herr Picard blättert in den unendlichen Weiten eines Prospekts, denn er möchte einen Hund kaufen. Er studiert die Angebote der Modellreihe «Standard-Waldis». Diese bieten in der Grundausstattung schon mal ordentliche Fähigkeiten:

1. Erkennen von Briefträgern und automatisches Zubeissen
2. Selbständiges Anziehen des Rumfässchens und Auffinden der Bergsteiger im Notunterstand
3. Anheben des Beines zum korrekten Versäubern, auf beiden Seiten
4. Kläffen bei unfreundlichen Gästen
5. Würstli-Erschnüffeln und Auffinden des Verstecks

Aber eigentlich möchte er, dass sein Hund mehr kann:

1. Gezieltes Zubeissen bei ausgewählten Pöstlern
2. Pro-rata-gesteuertes Ausschenken des Rums je nach Streicheleinheiten
3. Automatisches Verpacken und Entsorgen im Robidog
4. Stufenloses Kläffen je nach Benimm-Faktor der Gäste
5. Fehlerfreies Erkennen von Pferdefleisch in allen Produkten

Nun, gottseidank gibt es ja seit Jahren Individual-Hunde-Entwickler, die dir jeden Wunsch vom Tablet ablesen. Die Zeiten haben sich in den letzten 150 Jahren zwar verändert, die Bedürfnisse sind jedoch noch die gleichen.

Michael Thoma