Newsletter vom 16.12.2016

NEWSLETTER / 16.12.2016

Sehr geehrte Damen und Herren

In unserem heutigen Hauptartikel Gespräche im Kerzenlicht werden besondere weihnächtliche Stimmungen beleuchtet. Und im Kommentar beschreibt Michael Thoma dann, mit welchen Liedern ein freund-nachbarschaftlicher illumination-contests umrahmt wird.

Gespräche im Kerzenlicht

Die Theorie lehrt uns, dass Licht im Vakuum in jeder Sekunde 299 792 km zurücklegt. Das in der Astronomie gebräuchliche Mass Lichtjahr entspricht also 9 460 730 472 581 km. Vervielfacht werden die Zahlen, indem Entfernungen zu Gestirnen in Millionen von Lichtjahren angegeben werden.

Weihnachtskarte_2016_20161208_thDamit bewegen wir uns in Dimensionen, die jegliches menschliche Vorstellungsvermögen übersteigen. Die Eigenschaft des Lichts, so lange unterwegs sein zu können und erst sichtbar zu werden, wenn es auf einen Gegenstand trifft, macht es für uns Menschen auch nicht fassbarer.

Licht ist für das irdische Leben absolut existenziell. Nicht nur, dass Pflanzen für ihr Wachstum Licht brauchen. Der Mensch reagiert sehr sensibel auf das Vorhanden- oder Nicht-Vorhandensein von Licht. Unten-grau-oben-blau-Wetterlagen lassen die Stimmung der Menschen in den Keller rauschen und treiben diese an Winter-Wochenenden völkerwanderungsmässig in höherer Lagen, um das Lichtdefizit auszugleichen.

Inmitten der dunklen Jahreszeit suchen wir Erhellendes, Erwärmendes, Beglückendes. Das Tageslicht erhellt die Weite, es lässt den Blick in die Ferne schweifen. Wenn die Dunkelheit die Landschaft in sich aufsaugt, dann wirft das kleine Licht der Kerze den Fokus mehr auf uns, es lässt uns zusammenrücken, denn der Blick nach draussen trifft auf nichts. Die kleine Welt ist im Mittelpunkt.

Es ist der Moment, wo Gespräche entstehen, wo Menschsein gelebt wird, wo menschliche Wärme spürbar wird. Die Weihnachtszeit ist die Zeit der Kerzen, der Gespräche, des gemeinsamen Verweilens. Erachten wir es als Geschenk, in weihnächtlicher Ruhe anderen Menschen zuzuhören und deren Geschichten zu lauschen.

Licht verjagt die Dunkelheit
Wärme vertreibt den Frost
Gespräche öffnen Menschenherzen
was keinen Rappen kost.

In diesem Sinne wünscht Ihnen das Team der softline intra AG viel Erhellendes, besinnliche Momente und einen guten Start ins Jahr 2017.

Das Interview: Heute mit Isaias Zaral

Seine Grossmutter war Indianerin und er ist enttäuscht, wie sich Lateinamerika im Moment entwickelt. Trotzdem kann er sich vorstellen wieder in sein Geburtsland Bolivien zurückzukehren.

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Michael Thoma: Du stammst ja aus Bolivien. Erzähl mir von deinem Geburtsland.


Isaias Zaral: Es gibt drei Regionen, nämlich das Hochplateau, bis ca. 3400 m.ü.M., wo es sehr trocken ist. Dieses ist landschaftlich mit dem Tibet vergleichbar. Dann die mittlere Ebene und schliesslich die grösste Region, das Amazonas-Gebiet, wo es sehr tropisch ist. 60% der Bevölkerung ist indigen, meine Grossmutter väterlicherseits war Indianerin.

M.T: Wird die indianische Kultur in eurer Familie noch gelebt?

I.Z: Leider nein. Es herrscht Rassismus zwischen der indigenen Bevölkerung und den Mestizen (Mischlinge aus Urbevölkerung und Einwanderern). Bisher waren die Mestizen an der Macht. Da mied die indigene Bevölkerung, ihre Kultur zu leben. Inzwischen hat Bolivien einen indigenen Präsidenten, jetzt stehen die Mestizen unter Druck.

M.T: Weshalb lebst du nicht mehr dort?

I.Z: Ich hatte als Jugendlicher viel über Amerika erfahren. Du siehst, was man dort alles machen kann, wie man sich entwickeln kann. Als Jugendlicher möchtest du das auch haben.

M.T: Wie seid ihr in Bolivien zu Informationen gekommen?

IZ: Vor allem über das Fernsehen. Zwischen 1971 und 1976 haben die Deutschen in vielen Ländern Lateinamerikas versucht zu zeigen, wie Deutschland funktioniert. Wir sahen, welche Industriebetriebe es dort gab, welche kulturellen Angebote sie hatten. Von den Spaniern wussten wir, dass sie das Land kolonialisiert hatten, aber spanische Fernsehprogramme gab es nicht.

M.T: Hat sich Bolivien, seit du in der Schweiz bist, weiterentwickelt?

I.Z: Nein, leider nicht, im Gegenteil. Ich sehe es in der Informatik. Amerika, Europa und Asien gehen vorwärts. In Lateinamerika hingegen wird das, was sich entwickelt hatte, kaputt gemacht. Lateinamerika geht rückwärts, die anderen gehen vorwärts, die Spanne wird immer grösser.

M.T: Wo bist du zum ersten Mal in Kontakt mit Computern gekommen?

I.Z: Das war in Bolivien. Diese waren damals allerdings sehr teuer. Ich nutzte die Computer in der Universität.

M.T: Könntest du dir vorstellen, wieder in dein Geburtsland zurückzukehren?

I.Z: Ja, auf jeden Fall. Das Land ist riesig, es gibt viele Entwicklungsmöglichkeiten.

M.T: Was macht den Job des Programmierers hier so attraktiv? Man hat ja wenig Bewegung, sitzt acht Stunden am Bildschirm, es gibt Beschwerden an Händen und Armen…

I.Z: Ich hatte in der Schule immer Freude an mathematischen Formeln. Allerdings war damit immer viel Berechnungsarbeit verbunden. Dann schreibst du einmal eine Funktion, die du dann immer wieder einsetzt. Die Automatisierung hat mich fasziniert.

M.T: Hast du eine Lieblingsprogrammiersprache?

I.Z: Zurzeit ist es VB.Net. Bevor ich hierher zu softline intra kam, kannte ich diese Sprache nicht. Ich habe mich zuerst gegen eine neue Sprache gewehrt. Dann habe ich festgestellt, dass VB.Net überhaupt nicht schwierig ist. Die Möglichkeiten mit VBA (Visual Basic for Application) sind sehr limitiert. Mit VB.Net hingegen kannst du z.B. auch ins System eingreifen.

M.T: Welche Eigenschaften braucht ein Programmierer heute?

I.Z: Ein Programmierer muss nicht in erster Linie schnell sein, er muss vor allem in die Tiefe gehen können. Firmen sollten den Mitarbeitern genügend Zeit geben, um zu recherchieren. Dann finden sie Lösungen, die sie in anderen Projekten auch einsetzen können.

M.T: Womit beschäftigst du dich nebst dem Programmieren? Was sind deine Hobbys?

I.Z: Tanzen. Jeder denkt, ein Südamerikaner kann das sowieso. Früher habe ich aber überhaupt nicht tanzen können. Da mir allgemein Bewegung fehlte, habe ich damit angefangen. Ich merkte, wie schwierig das ist. Irgendwann kam der Klick. Da wusste ich, dass ich die Bewegung beherrsche. Wenn ich jetzt tanze, denke ich nicht mehr. Mein Körper bewegt sich einfach.

Neuerdings arbeite ich mit Holz. Die virtuelle Welt ist toll, es gibt aber auch eine Welt da draussen, die Realität. In der virtuellen Welt ist copy-paste ganz einfach, in der realen Welt musst du jedes Ding einzeln erschaffen.

Neue Büroräumlichkeiten

«Warum in die Ferne schweifen, denn das Gute liegt so nah.»
Unter diesem Motto haben wir im Oktober neue, grössere Büroräumlichkeiten im gleichen Gebäude bezogen. Mehr Platz lässt eine flexiblere Arbeitsplatzgestaltung für optimale Arbeitsbedingungen zu. Zudem eröffnet es Freiraum für Kreativität und neue Ideen. In diesem Sinne starten wir mit neuem Elan und hochmotiviert ins neue Jahr und freuen uns, Ihnen beim nächsten Besuch unsere neue Wirkungsstätte zu zeigen.

User-Tipp: Ebenen in Word

Newsletter_Usertipp_Ebenen_Word_20160616_thIn Word werden Elemente wie Bilder oder Textfelder in Ebenen hintereinander angeordnet. In unserem Beispiel wollen wir den Text vor das Foto setzen. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Rand des Textfeldes und wählen Sie In den Vordergrund -> In den Vordergrund. Der Text ist jetzt vollständig sichtbar.

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Kommentar

«Was die Nachbarn können, können wir schon lange!», war vor zehn Jahren die Kampfansage an die Weihnachtsbeleuchtungsorgie unserer Nachbarn. Wir mögen sie ja sehr, unsere Nachbarn. Aber wenn Egon anfangs Oktober im Garten aufzubauen beginnt, dann bedeutet dies drei Monate kalten Krieg. Mein Blick durchs Fernglas meldet dieses Jahr bunte Nikoläuse, zehnfarbig blinkende Schneemänner und mannshohe Rudolphs.

Unsere Armada ist hingegen kaum zu schlagen: Eine Lokomotive mit Samichlausmütze wird unseren hundertfach bekerzten Tannenbaum umrunden. Der es-ist-ein-Ross-entsprungen singende Ochse und der alle 10 Minuten frohlockend quer über den Rasen hüpfende Engel werden uns wohl zu den verdienten Siegern des diesjährigen christmas-illumination-contests machen.

Um die Investitionen mit unserem mageren Budget zu stemmen, mussten wir letztes Jahr etwas Geld ausleihen. Als Gegenleistung laden wir alle ein und singen Herbei, oh ihr Gläubiger…

Passanten gibt´s viele: Ein sichtlich erstaunter Herr fragte mit kritischer Miene: «Was soll das bedeuten?» Ich fand die Frage originell und sang ihm gleich die erste Strophe vor: Was soll das bedeuten, es taget ja schon…

Einige Besucher haben eine fast so rote Nase wie Rudolph. Für diese habe ich ein Rentier, das singt: Ich steh mit einer Grippe hier…

Für zeugungswillige aber bisher erfolglose Paare habe ich einen Maulesel installiert: Ihr Kinderlein kommet…

Und schliesslich darf das Bambi nicht fehlen: Leise bieselt das Reh…

Anfangs Januar räumen wir alles weg, schliessen mit den Nachbarn bei einem Glas Sekt Frieden und gehen in die wohl verdiente Pause: Neun Monate Zeit zum Kräfte- und Weihnachtsdeko-Sammeln.

Michael Thoma