Newsletter vom 18.12.2015

NEWSLETTER / 18.12.2015

Sehr geehrte Damen und Herren

Es gibt Hunderte Möglichkeiten, uns immer wieder ablenken zu lassen. Im Hauptartikel finden Sie einige Gedanken und Lösungsansätze zu diesem Thema. Im Interview mit Carmen Kohler tauchen dann mir bisher unbekannte Begriffe auf. Fasnacht ist out, Cosplay ist in.

Unerreichbar abwesend

Unsere Kommunikationsmittel haben sich in den letzten 20 Jahren radikal verändert. Standen uns früher Telefon, Fax und Brief zur Verfügung, so können wir heute zusätzlich aus SMS, Chat und Email auswählen. Mannigfaltig sind die Vorteile, die sich aus den neuen Möglichkeiten ergeben. Die Annehmlichkeiten bergen jedoch auch Gefahren.

Weihnachtskarte_2015_200_thDas einfache, schnelle und günstige Versenden von Informationen erleichtert dem Absender das multiple Streuen von Wichtigem und Dringendem, aber auch von Unwichtigem und Störendem. Wenn Emails im XXL-Multipack und 3-Minutentakt in die Mailbox flattern, ist vernünftiges Lesen und Verarbeiten nicht mehr möglich. In der Folge laufen auch wichtige Informationen Gefahr, übersehen zu werden und unbearbeitet ins digitale Nirwana zu wandern. Niemand mag so viel Post bewältigen. Doch warum kommt es so weit?

Vielleicht halten wir es für ausserordentlich wichtig, unsere Gedanken einem möglichst breiten Publikum zu offenbaren. Wenn wir uns schon so viel Mühe geben, Inhalte zu generieren, dann sollen auch möglichst viele etwas davon haben. So gehen dann überlange Emails in grosser Anzahl auf Reisen. Dass dieses Verhalten bei den Adressaten zu digitalem Overflow führen kann, wird nicht bedacht. Allzu häufig wird auch das CC-Feld übermässig angefüllt, ohne sich genau im Klaren zu sein, für wen die Information nützlich oder eben lästig sein kann.

Als Empfänger entscheiden wir, wann wir den digitalen Input verarbeiten wollen. Je mehr Kanäle wir offen halten, desto grösser ist die Gefahr, durch diese ständig abgelenkt zu werden. Jedes Beantworten von Emails und SMS katapultiert uns aus dem Gedankenfluss heraus, in den wir uns dann wieder mühevoll zurückarbeiten müssen. Studien kommen zum Schluss, dass wir alle 3 Minuten gestört werden oder uns selber stören. Mehrkanalige Permanent-Erreichbarkeit und Sofort-Reaktionen mindern so Effektivität und Qualität, beruflich wie auch privat.

Die neuen Kommunikationsmittel haben jedoch etwas gemeinsam: Sie haben einen Ausschaltknopf. Galt es früher als Privileg, überall und immer erreichbar zu sein, ist es heute genau umgekehrt. Erlauben Sie sich, über Weihnachten Computer und Handy am Morgen erst gar nicht einzuschalten. Es gibt wichtigere Dinge als Erreichbarkeit. Kommunizieren Sie, dass Sie abwesend sind, unerreichbar abwesend.

Wenn wir es schaffen, in diesem Sinne kommunikationsfreie Zeitfenster zu definieren, sind wir konzentrierter bei der Arbeit und erholen uns besser in der Freizeit. Mit Blick auf unsere diesjährige Weihnachtskarte empfehle ich deshalb:

Ein Startknopf fürs neue Jahr ist toll.
Er taugt jedoch mindestens so gut als Ausschaltknopf,
für eine erholsame Weihnachtszeit.

Das SLI-Team wünscht ein erfolgreiches Herunterfahren.

Das Interview: Heute mit Carmen Kohler

Carmen Kohler ist unsere Lernende im 3. Lehrjahr und kann Ihnen erklären, was Cosplay und Worbla bedeutet. Hätten Sie’s gewusst?

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Michael Thoma: Welche Berufe kamen für dich in Frage? Wo hast du geschnuppert?

Carmen Kohler: Ich habe mir den Beruf der Köchin angeschaut. Ich stellte jedoch fest, dass dies ein sehr strenger Beruf ist.

In der Drogerie hat es mir schon besser gefallen. Was mich dort etwas abgeschreckt hat, sind die vielen lateinischen Begriffe.

Mein Vater hat mir dann empfohlen, den Beruf des Informatikers anzuschauen. Er ist in der Branche tätig.

M.T: Und das hat dir sofort zugesagt?

C.K: Zuerst besuchte ich eine Vorlesung zum Thema Informatik. Dort hat es mir erst mal richtig abgelöscht, weil der Vortragende viele Begriffe benutzte, von denen ich keine Ahnung hatte. Es war nur theoretisch, über die Praxis erfuhr ich nichts.

M.T: Also ein schlechter erster Eindruck.

C.K: Ja, trotzdem ging in einen Betrieb schnuppern, wo ich die drei Bereiche Applikation, System und Support kennenlernte. Schliesslich habe ich mich für Applikationsentwicklerin entschieden, weil dieser etwas anspruchsvoller ist als die anderen zwei.

M.T: Wann kamst du denn das erste Mal mit Computern in Berührung?

C.K: Meine Mutter hat mich schon als Kleinkind vor den PC gesetzt, damit ich Ruhe gebe. Andere Kinder bekamen Spielsachen, ich habe mit dem Computer gespielt. Das waren Spiele, die extra für Kleinkinder gemacht waren.

M.T: Spielst du auch heute noch auf dem PC?

C.K: Oh ja. Ich spiele vor allem Multiplayer-Strategiespiele übers Internet. Wir besprechen über Teamspeak – vergleichbar mit Skype -, was wir spielen und wie wir vorgehen.

M.T: Worum geht es hier inhaltlich?

C.K: Überlebensspiele mit verschiedenen Themen wie z.B. Ritter, Dinosaurier oder Zombie-Apokalypse. Dann spielen wir natürlich auch Baller-Spiele und Simulationen. Oder Team-Strategiespiele, wo man zusammen versucht, eine andere Gruppe zu besiegen.

M.T: Du hast als Köchin geschnuppert. Was kochst du am liebsten?

C.K: Ich backe vor allem sehr gerne.

M.T: Was reizt dich daran besonders?

C.K: Etwas kreieren können, am Schluss das Ergebnis zu sehen und den andern eine Freude machen.

M.T: Arbeitest du streng nach Rezept?

C.K: Nein, meistens kommt da mehr Schokolade rein. Ich arbeite viel mit verschiedenen Farben. Ich färbe z.B. Rahm mit Lebensmittelfarben ein. Oder ich setze mit Zuckerguss farbige Punkte darauf.

M.T: Tönt kreativ. Kannst du deine Kreativität auch anderswo einsetzen?

C.K: Ich spiele Keyboard und Ukulele.

M.T: Wie kamst du auf Ukulele?

C.K: Wir hatten in der Schule mal einen Workshop, wo ich das Fach Ukulele belegte.

M.T: Wie lernt man so etwas? Hast du Stunden genommen?

C.K: Nein, das geht heute mit Youtube.

M.T: Wenn du jetzt Zeit und Mittel für eine grosse Reise hättest, wohin würde es dich ziehen?

C.K: Nach Japan.

M.T: Ist ja nicht gleich um die Ecke. Weshalb gerade Japan?

C.K: Mich fasziniert das Land, weil es so komplett anders ist als das, was wir hier haben. Ich finde es spannend, eine andere Welt zu erleben.

M.T: Was ist sonst noch so typisch Carmen?

C.K: Cosplay.

M.T: Das ist?

C.K: Kostüme herstellen.

M.T: Also Fasnacht.

C.K: Nein, eben nicht Fasnacht.

M.T: Halloween?

C.K: Nein, halt cosplay. Da suchst du dir eine Figur aus einem Spiel oder Film aus und stellst das Kostüm her. Dann gibt es Treffen, wo die Teilnehmer gemütlich zusammensitzen und ihren Charakter spielen. Es gibt auch Wettbewerbe, wo Cosplayer alleine oder in Gruppen auf der Bühne auftreten und ihr Cosplay meist verbunden mit einer Show präsentieren. Zum Beispiel zeigen sie einen Kampf zwischen zwei Rivalen. Es ist nicht nur Verkleidung, man lebt diese Figuren.

M.T: Dann bist du auch Schneiderin?

C.K: Nicht wirklich, eher Rüstungsherstellerin.

M.T: Du kaufst dir also ein Stück Metall und hämmerst so lange darauf herum, bis die Form stimmt.

C.K: Nein, das wäre viel zu teuer und zu schwer. Es gibt ein Material namens Worbla. Diesen Kunststoff kann man erhitzen, formen, wieder abkühlen lassen und jederzeit durch Erhitzen wieder neu formen.

M.T: Wie bist du auf Worbla gestossen?

C.K: Ich habe einmal einen Film über Cosplayen gesehen. Da hab ich mir gesagt: Das möchte ich auch machen. Das sieht so gut aus, das probiere ich auch mal. Bei meinem ersten Cosplay-Treff in Zürich war ich noch unverkleidet. Da hab ich die Profis in Sache Cosplay ausgequetscht und bin so auf Worbla gekommen.

User-Tipp: Letzte Aktion wiederholen in Excel

Excel_Redo_20151029_thIn MS Office gibt es ein Tastaturkürzel, mit dem man die jeweils letzte Aktion wiederholen kann. Um z.B. in Excel verschiedene auf dem Blatt verteilte Zellen einzufärben, selektieren Sie eine Zelle, färben sie mit dem Button Füllfarbe ein, wechseln in die nächste gewünschte Zelle und drücken gleichzeitig die Tasten Ctrl-y. So lassen sich z.B. auch Schriftarten, Ausrichtung und Zahlenformate schnell in mehreren Zellen anpassen.

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Kommentar

Eigentlich haben wir´s gut in unserem Büro. Es ist schön warm, wir haben gemütliche Stühle und meistens stört uns niemand.

Kürzlich kam aber ein Anruf, als ich gerade in einem Online-Shop nach einem Weihnachtsgeschenk für meine Kollegen vom Amt nebenan suchte. Nach dem Telefongespräch wusste ich dummerweise nicht mehr, welche Geschenke ich schon angeschaut hatte und musste die Seiten wieder von vorne durchgehen. So wird man mit der Arbeit aber nie fertig!

Dann standen Leute am Schalter. Sie klingelten immer und immer wieder, obwohl sie sahen, dass ich ganz angestrengt vor dem Bildschirm sass. Ich bin auf der Suche nach einem Geschenk – und die anderen wissen nichts Besseres als endlos zu klingeln. Das kostet Nerven! Dann brummelten sie etwas, verliessen zügig den Schalter und störten subito nicht mehr. Ich aber hatte noch immer kein Geschenk für meine Kollegen.

Seit Jahren boykottieren die Stimmbürger das Budget für einen vierten Mitarbeiter. Das ist unfair. Denn wie sollen wir so jemals einen vernünftigen Schieber hinbekommen? Wenn der Chef mitspielen würde, wären wir ja zu viert. Der geht aber lieber zum Angeln.

Vorgestern habe ich im Online-Shop endlich ein Geschenk gefunden, ein Beamten-Mikado. Wird direkt ins Büro geliefert. Das gibt etwas Abwechslung, denn Tschau-Sepp langweilt inzwischen.

Mich plagen aber Sorgen: Bei diesem Stress befürchte ich, diese moderne Krankheit zu bekommen. So ein Burnout kann ich mir nicht leisten, denn dann müsste ich mehr Pausen machen. Das geht nicht, weil unsere Schachpartien sonst noch viel länger dauern. Am besten setze ich mich bei meinem Chef dafür ein, dass wir nicht so häufig gestört werden.

Ansonsten haben wir´s gut in unserem Büro. Es ist gemütlich und meistens unterbricht uns niemand – ausser vielleicht der Spediteur des Online-Shops.

Michael Thoma