Newsletter vom 02.11.2007

NEWSLETTER / 02.11.2007

Sehr geehrte Damen und Herren

Sie ist wohl eine der seltsamsten Blüten, die unsere Wohlstandsgesellschaft hervorgebracht hat: Die Qual der Wahl. Ein entsprechender Beitrag von Daniel Princz entführt Sie mit dem Bugatti nach Genf und der Kommentar von Michael Thoma vors Käseregal.

Im heutigen Interview beweist Peter Spoerli, dass auch Programmierer eine feine Ader haben können und sich nicht täglich in Cola ertränken.

Und vielleicht sind genau Sie unser neuer Mitarbeiter. Wir suchen per sofort eine(n) Analytiker-Programmierer/In. So haben auch Sie mal die Chance, in einem Interview unseres Newsletters zu erscheinen.

Kurt Bleisch

Geschäftsführer

«Die Qual der Wahl» oder «weshalb ein Bugatti die falsche Lösung sein kann»

«Die Qual der Wahl», ist ein Satz, der vielerorts Verwendung findet. Manche Leute zelebrieren ihn voller Stolz, da sie die Möglichkeit haben, sich was Tolles aussuchen zu können – wissen aber noch nicht genau was. Oder Sie versuchen lediglich, auf sich aufmerksam zu machen. Andere hingegen meinen es ernst, denn sie werden vom Zwang der Entscheidungsfindung terrorisiert. Ein Grund dafür sind die Auswirkungen einer solchen Entscheidung. Noch schwieriger wird es, wenn die Auswahl noch unbekannt oder nur diffus wahrnehmbar ist.

Stellen Sie sich vor, Sie sind dafür verantwortlich zu entscheiden, mit welchen IT-Technologien Ihr Unternehmen in den nächsten Jahren weiterfahren soll. Sie kennen Ihre Problemstellung bestens, haben aber keine klare Übersicht, welche Produkte oder Lösungen Ihren Bedürfnissen am besten dienen würden.

Ein Beispiel:
– Informationen müssen verschiedenen Benutzern zur Verfügung gestellt und von diesen gegebenenfalls bearbeitet werden.
– Ein Reporting System muss aufgestellt werden.
– Geschäftsabläufe müssen (weiter) automatisiert werden.

Nach Eingabe einiger Stichwörter in Google stehen Sie vor einer unübersichtlichen Menge von potentiellen Lösungen: SharePoint, BizTalk, Reporting Server, Exchange Server, Integration Services, usw. und diese noch in verschiedenen Versionen.

Ein sehr verbreiterter Gedanke ist: «Ich bestelle am besten das teuerste und vollständigste Produkt, das wird bestimmt meine Erfordernisse decken und zusätzliche Möglichkeiten bieten.» In der Praxis wird das sehr oft auch so gemacht. In vielen Fällen befriedigt die neue Lösung auch die Erwartungen des Kunden. In genau so vielen Fällen sind dann zwar die Werkzeuge da, die Orchestrierung – die Verwendung der richtigen Werkzeuge am richtigen Ort und zur richtigen Zeit – fehlt aber.

Herr Schnell will, um Kunden in Genf zu besuchen, einen Bugatti Veyron erwerben. Herr Schnell ist nach dem Kauf zweifelsfrei zufrieden. Hätte es jedoch nicht eine bessere Lösung für seine Bedürfnisse gegeben?

Eine Reise von Zürich nach Genf muss sicherlich so schnell und bequem wie möglich sein, um beim Kunden gut auftreten zu können. In diesem Beispiel erlaubt es die gewählte Lösung, ziemlich schnell zu sein. Die bestehende Umgebung unterstützt die Sache jedoch nicht, denn schneller fahren als erlaubt kann unerwünschte Nebenwirkungen mit sich bringen. Zudem sind hohe Kosten mit dieser Lösung verbunden wegen diverser Abgaben und hohem Konsum an Ressourcen.

Ein gebrauchter Fiat Panda käme auch nach Genf, wäre jedoch für einen Kundenbesuch nicht repräsentativ genug. Eventuell würde Herrn Schnell auch ein normaler Mittelklassewagen genügen. Bei gleicher Zufriedenheit könnte viel Geld gespart werden.

Nach einer Analyse der Kundenbedürfnisse stellt sich aber heraus, dass die Reise nach Genf nur ein bis zwei Mal pro Jahr stattfindet und auch sonst keine Reisen vonnöten sind. Ist Herr Schnell überhaupt auf ein Auto angewiesen? Er könnte ja auch mit dem Zug fahren, was ihm – wie sich herausstellt – sehr entgegen kommt, denn so hat er Zeit, sich aufs Treffen vorzubereiten und kommt entspannt und pünktlich an.

Um die richtige Entscheidung treffen zu können, brauchen Sie einen Partner, der Ihre Bedürfnisse kennt und Lösungen anbieten kann. Business Intelligence und Datenbanklösungen sind unser Gebiet. Oder anders ausgedrückt: Sie zeigen uns, wo Genf liegt, und wir beraten Sie, wie Sie am besten dorthin kommen.

Daniel Princz

 

Das Interview: Heute mit Peter Spoerli

Peter Spoerli tippte seine ersten Programme auf dem legendären Commodore 64, ernährt sich extrem gesund und hat eine spezielle Beziehung zu Edelsteinen. Und obendrein ist er eines jener seltenen männlichen Exemplare, das wirklich gerne tanzt.

Michael Thoma: Du bist als Programmierer ein Quereinsteiger. Was war dein ursprünglicher Beruf und weshalb bist du in der Informatik gelandet?

Peter Spoerli: Als gelernter Innendekorateur hatte ich damals eine sehr ähnliche Aufgabe wie heute als Programmierer. Früher setzte ich wohnungsgestalterische Ideen in handfeste Resultate um. Heute kreiere ich aus Ideen der Kunden Masken und Code. Früher hatte alles quasi «Hände und Füsse», heute sind es «Bits und Bytes».

M.T: Weshalb machst du heute keine «Hände und Füsse mehr?»

P.S: Ich habe damals auf dem Commodore 64 einige Programme, die ich in Zeitschriften fand, eingetippt und dabei häufig Fehler gefunden. Mein Ehrgeiz liess mir keine Ruhe, bis ich die Fehler korrigiert hatte. Dann reifte der Entschluss, das Hobby zum Beruf zu machen.

M.T: Wurdest du damals mit Stellen-Angeboten überhäuft?

P.S: Überhaupt nicht, ich habe 9 Monate einen Job gesucht, da fast nur Leute mit entsprechendem Know-how gesucht wurden. Bei Mitsubishi bekam ich dann eine Stelle, wo ich durch Kurse die Programmiersprache «Cobol» erlernte. Bald war ich einer der Schnellsten und konnte in anderen Abteilungen tatkräftig Unterstützung leisten.

M.T: Fehlen dir heute handwerkliche Arbeiten nicht? Oder kippst du am Feierabend den Werkzeugkoffer aus?

P.S: Ja, das brauche ich schon als Ausgleich. Mein neustes Hobby ist, Kristalle und Edelsteine zu schleifen.

M.T: Aufs Thema Edelsteine wollte ich sowieso zu sprechen kommen: Welche Bedeutung hat denn der Amethyst auf deinem Pult?

P.S: Seine Farbe fasziniert mich einfach. Die Schwingung eines Steins kann einen Menschen stark beeinflussen. Ich trug einst einen Stein um den Hals, dessen Wirkung so stark war, dass ich diesen nach 1 1/2 Stunden wieder abziehen musste, da er mir den Hals gefühlsmässig wie zuschnürte.

M.T: Dem Typus Programmierer wird nachgesagt, dass er sich ungesund ernährt, sprich: Snacks, Cola und Fastfood. Auf deinem Teller findet sich nur gesunde Kost. Bist du ein Bio-Programmierer?

P.S: Das ist ein schöner Begriff (lacht). Da wir in unserem bewegungsarmen Job zu wenig Kalorien verbrennen, muss man einen Weg finden, die überflüssigen Pfunde los zu werden. Gott sei dank liebe ich Gemüse und Früchte, so kann ich nach dem Lustprinzip essen. Ich kann also locker an einem McDonalds vorbeigehen.

M.T: Dem Programmierer wird auch nachgesagt, dass er nach dem Feierabend zuhause bis nachts um 2 Uhr weiter programmiert, an Wochenenden die Computer von lieben Freuden aus dem digitalen Morast zieht und chronisch mit Augenringen verziert ist. Kennst du solche Phasen?

S.P: Das war früher genau so! Ich habe getöggelt, um mir die Zeit zu vertreiben. Das hat sich mit der Zeit jedoch stark verändert. Sehr nützlich war dann, den Wohnort weit weg zu verlegen, damit ich für eben «diese lieben Freunde» nicht mehr gleich um die Ecke war.

Privat schrieb ich ein Programm für den Schweizerischen Musher Verband SMV zur Durchführung von Schlittenhunderennen. Schon damals war eines meiner grössten Anliegen, ein benutzerfreundliches Programm zu schreiben.

M.T: Weshalb entstehen denn «nicht-benutzerfreundliche» Programme?

S.P: Häufig wird in Euphorie entwickelt. Der Kontakt zum Kunden ist zu wenig intensiv, und so programmiert der Entwickler nach seinen Vorstellungen und vergisst, wer schlussendlich damit arbeitet.

Eine weitere Schwierigkeit besteht darin, dass für den Programmierer mit seinem Know-how viele Dinge selbstverständlich sind. Er geht davon aus, dass jeder das weiss, was er weiss.

M.T: Dein Hauptjob in der softline intra AG ist die Arbeit an einem Programm für die Bern-Lötschberg-Simplon-Bahn (BLS) mit Access und SQL-Server. Ist diese Materie und Technologie deine grosse Liebe?

S.P: Mir gefällt vor allem die Komplexität. Es gab da schon einige Knacknüsse. Als ich das Projekt übernommen habe, kam ich manchmal an die Grenzen, weil ich die Übersicht noch nicht hatte. Heute sehe ich, dass die Grundstrukturen wirklich sehr gut aufgebaut wurden.

M.T: Gibt es ausser dem handwerklichen Feierabend noch weitere Hobbys zum Ausgleich?

S.P: Ja, ich tanze sehr gerne. Man trifft dort andere Leute, es entstehen gute Gespräche, du bist da in einer anderen Welt und kannst nebenbei etwas Fett verbrennen.

M.T: Tanzstil?

S.P: Standardtänze und Latin, glücklicherweise konnte ich meine neue Partnerin dazu motivieren…

M.T: …was ja sonst eher umgekehrt läuft? Damen müssen doch eher die Herren zum Tanzen motivieren?

S.P: Stimmt, als Herr hast du immer eine grosse Auswahl an Tanzpartnerinnen.

 

User-Tipp: Druckinhalt auf eine Seite anpassen in Excel

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Falls der Inhalt in einer Excel-Mappe etwas zu breit für den Ausdruck auf einer Seite ist, dann bietet Excel einen einfachen Weg, den Inhalt so stark zusammenzurücken, damit alles Platz findet. Wählen Sie im Menü Datei – Seite einrichten das Register Papierformat. Klicken Sie dann auf die Option Anpassen. Wenn Sie sich jetzt über den Button Seitenansicht die Vorschau anzeigen lassen, sehen Sie, dass der ganze Inhalt sichtbar ist. Falls Sie sehr viel Inhalt haben, führt dies dazu, dass die Schrift sehr klein und unleserlich wird. Falls Sie dies verhindern wollen, wählen Sie rechts von Anpassen eine andere Anzahl von Seiten, auf die der Inhalt komprimiert werden soll.

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Kommentar

Auf dem Einkaufszettel steht nur «Weichkäse, Rotwein, Shampoo». «Du Schatz», frage ich nach, «welchen Weichkäse soll ich mitbringen?» Die knappe Antwort: «Irgend einen.»

Bis ich nur schon die Käseabteilung im neuen Ober-Super-Giga-Einkaufszentrum gefunden habe, stolpere ich über mindestens 100 nett lächelnde Damen, die mir den Weg mit ihren neusten Suppenkreationen gleich löffelweise versperren. «Danke nein, hab eine Bouillon-Allergie, danke…»

Dann stehe ich vor dem kilometerbreiten Kühlregal und gucke Löcher in die Käse. Das Problem liegt beim «irgend einen». Ich turne also – wie bei einem Tennismatch von links nach rechts hechtend – vor der Käseauswahl hin und her. Allerdings erfolglos, der erste Satz geht 6:0 ans Kühlregal: Keuchend und schweissgebadet kapituliere ich vor der Überzahl der Weichlinge. Um nur schon alle Preise vergleichen zu können, muss der anschliessende Kaffeehalt an der Espressobar leider wegfallen. Angela wird mich vermissen.

Falls ich nun alle Weichkäse auch noch auf ihre Inhaltsstoffe überprüfen will und diesen Zeitaufwand für Rotwein und Shampoo hochrechne, dann fallen die Stopps an der Koffein-Tankstelle bis Ende Jahr ebenfalls ins Wasser. Das ist schlecht für die Espressobar, chicco d’oro, den Kaffee- und somit für den ganzen Welthandel. Und die kaffeebraune Angela.

Das war im Tante-Emma-Laden früher besser: Bei maximal drei Weichkäsen konntest du auch «aazele Böhle schele» anwenden, ohne dabei das Profil der Turnschuhe bis auf die Socken runter zu rubbeln. Wenige, qualitativ gute Produkte aus der Region machten es dem Kunden einfach. Einverstanden, Tante Emma ist nicht Angela.

Nun denn, Tante Emma gibt es nicht mehr, den Welthandel will ich nicht ruinieren, bleibt also nur folgende Lösung: Ich genehmige mir jetzt drei Espressi, schmier danach mit beiden Händen über den linken vorderen Raddeckel meines Autos und begründe zuhause das Ausbleiben von Weichkäse, Rotwein und Co. mit einer unverhofften… äh unerwarteten Reifenpanne und der damit verpassten Ladenöffnungszeiten.

So umgehe ich elegant den Suppenslalom, spare mir die quälende Käsewahl, der Welthandel ist gerettet, und die süsse chica d’oro kommt auch nicht zu kurz. Drei Espressi, da werde ich weich wie ein Käse!

Und eines sag ich Ihnen: Ich bin heilfroh, dass es an der Espressobar nur eine Verkäuferin gibt.

Michael Thoma