Newsletter vom 05.07.2007

NEWSLETTER / 05.07.2007

Sehr geehrte Damen und Herren

Sie sind unerwünscht, verstopfen Mailboxes und sind unbrauchbar: Spam-Mails. Die Geissel des digitalen Postverkehrs macht inzwischen 95% des gesamten Email-Verkehrs aus. Wie ist der Name entstanden und weshalb lohnen sich die Aktionen für die Spammer trotz unserer Gegenwehr? Die Antworten stehen in unserem ersten Bericht.

Dazu gesellt sich ein Interview mit Miriam Müller, die als Programmiererin in unserer Firma ihren Mann stellt.

Ich wünsche Ihnen viel Spass bei der Lektüre – und mehr sonnige Tage in diesem Sommer als nutzlose Mails in Ihrer Mailbox.

Spam

Seit 1.4.07 ist in der Schweiz das neue Fernmeldegesetz in Kraft, das unter anderem das Spamming verbietet. So ist es strafbar, automatische Massenwerbung über Fernmeldedienste an Empfänger zu versenden, die dieser Werbung nicht zugestimmt haben.

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Der Begriff Spam entstammt einem Sketch der englischen Comedyserie Monty Python’s Flying Circus, in dem der Begriff Spam so häufig vorkommt, dass der restliche Inhalt darin untergeht. Der Name ist dem Dosenfleisch SPAM (Spiced ham) der Firma Hormel Foods entliehen.

Als Spam werden Werbe-Emails bezeichnet, die unerwünscht sind, d.h. der Empfänger hat nie zugestimmt, solche empfangen zu wollen. Als legitime Werbung gilt nur, wenn diese Erlaubnis erteilt wurde und jederzeit die Möglichkeit besteht, diese Zustimmung zu widerrufen.

Ein Spammer führt eine Datenbank mit mehreren Millionen Adressen, die er mittels Durchsuchen von Homepages und Verzeichnissen oder durch Ausprobieren von häufig verwendeten Mailnamen wie info@… aufbaut.

Häufig setzt er als Antwortadresse eine falsche Emailadresse ein. Damit schützt er sich vor Fehlermeldungen wegen ungültiger Adressen oder unerfreulichen Antworten. Dies macht es schwierig, seine wahre Identität festzustellen. Allerdings muss es im Spam-Mail irgendeinen Weg geben, den Spammer zu kontaktieren, denn dieser verfolgt mit seinem Versand ja ein kommerzielles Ziel.

Was für Spamming besonders bezeichnend ist, ist die Tatsache, dass die Kosten seiner Aktion zum grössten Teil nicht von ihm getragen werden. Aufwand hat der Empfänger, der unter Zeitaufwand die Spam-Mails von regulären Mails trennen, sich zu diesem Zweck entsprechende Software kaufen und installieren muss und dabei immer Gefahr läuft, dass ein reguläres Mail im Spamfilter hängen bleibt. Und Aufwand entsteht den Providern, die die Flut der unerwünschten digitalen Post über ihre Datenleitungen schleusen müssen. Schätzungen gehen hier von jährlich weltweit zwischen 10 – 25 Milliarden Euro aus.

Der Versand von Spam wird vollautomatisch durch entsprechende Software erledigt. Der Spammer kann also mit geringem Aufwand kostengünstig Millionen von Leute belästigen. Für einen Spammer lohnt es sich bereits, wenn von einem Versand an 5 Millionen Adressen sich 5 Käufer melden – das sind lediglich 0,001 Promille! –, die ein Produkt à CHF 100.- kaufen.

Dass das neue Schweizerische Fernmeldegesetz die amerikanischen Spammer wenig beeindrucken wird, damit musste gerechnet werden. Die Schweizer Kollegen hingegen müssen damit rechnen, strafrechtlich verfolgt zu werden. .

Uns bleibt im Moment nichts anderes übrig, als uns mit entsprechender Software zu schützen und zu hoffen, dass die Provider ihren Beitrag leisten. Denn sie sind seit dem 1.4.07 unter anderem verpflichtet, mit aktuellen technischen Hilfsmitteln uns Kunden vor Spam zu schützen und eine Meldestelle einzurichten, wo wir Hinweise auf Spam-Aktionen deponieren können.

 

Das Interview: Heute mit Miriam Müller

Miriam Müller ist Applikations-Entwicklerin, wohnt in Uster und arbeitet seit 1.11.06 in unserer Firma. Sie ist die erste und bis jetzt einzige Frau in der Programmierabteilung der softline intra AG.

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Michael Thoma: Du hast einen Beruf gewählt, der klar eine Männerdomäne ist. Wie kommst du in dieser Welt zurecht? Oder anders gefragt: Fühlst du dich als Frau nicht fehl am Platz?

Miriam Müller: Nein, überhaupt nicht! Bei mir ist es so, dass ich diese frauenspezifischen Eigenschaften wie Sprachbegabung oder Defizite im logischen Denken überhaupt nicht habe. Logisches Denken und räumliches Vorstellungsvermögen sind besser ausgeprägt als das Sprachgefühl. Man kann es auch so ausdrücken: Ich kann mein Auto sehr gut einparkieren.

M.T: Welche Vor- und Nachteile siehst du als Frau in diesem Beruf?

M.M: Damals zu Beginn der Lehre hatte ich Mühe, weil ich feststellte, dass ich andere Empfindungen habe als Männer. Wenn zum Beispiel ein Programm nicht läuft, dann sucht die Frau bei sich selbst, der Mann gibt häufig einfach dem Computer Schuld – lacht. Ich habe vieles zu persönlich genommen, das hat unnötigen Stress erzeugt.

M.T: Gehen Frauen mit dem Computer generell anders um?

M.M: Frauen getrauen sich weniger, einfach mal auszuprobieren, sie möchten lieber eine Anleitung haben. Sie wollen genau wissen, was passiert, wenn man einen bestimmten Knopf anklickt. Männer haben eher die Art, sich einfach einmal überall durchzuklicken und auszuprobieren.

M.T: Muss sich eine Frau im Informatik-Umfeld mehr beweisen als ein Mann?

M.M: Sie hat das Gefühl, dass sie dies müsse. Das war vor allem zu Beginn meiner Ausbildung so. Ich wusste vieles noch nicht und dachte, ich sei deshalb schlecht. Damals musste ich mir diesen Status erarbeiten. Heute weiss ich, was ich kann, ich kann mich vielseitig einsetzen.

M.T: Wird Frau Programmiererin vom Herrn Programmierer belächelt? Fallen Sprüche?

M.M: Ja, aber die meisten meinen das nicht ernst. Früher hat mich das auch etwas beschäftigt. Inzwischen habe ich jedoch die Sicherheit meines Wissens und der Erfahrung, kann den Herren das Wasser reichen und mich auch mal mit einem Spruch revanchieren.

M.T: Sieht man es einem Programm an, ob es von einer Frau oder einem Mann entwickelt wurde?

M.M: Ich habe schon gehört, dass eine Frau die Probleme etwas anders, z.T. etwas strukturierter in Angriff nimmt. So kann es sein dass das Ergebnis ausgereifter und umfassender für die Weiterentwicklungen gerüstet ist. Allerdings kann man das nicht verallgemeinern, im Grossen und Ganzen kann ich keine sichtbaren Unterschiede zu den Programmen meiner männlichen Kollegen erkennen.

M.T: Wenn Männer über Frauen sprechen, fällt häufig das Wort «kompliziert». Bist du kompliziert?

M.M: Im beruflichen Bereich habe ich nicht das Gefühl kompliziert zu sein. Das sehe ich eher auf der privaten Seite. Frauen schauen eher auf Details, was Männer dann halt schon als kompliziert erachten. Kleine Gesten sind für uns Frauen wichtig, z.B. dass er ab und zu mal einen kleinen Blumenstrauss nach Hause bringt, ohne einen speziellen Grund dafür zu haben. Oder er zeigt Eigeninitiative, lädt zum Essen ein oder bedankt sich für die immer ordentlich zusammengelegte Wäsche.

M.T: Wie reagieren Leute, wenn du ihnen erzählst, dass du in der Informatik arbeitest?

M.M: Männer, die auch in der Informatik arbeiten, sind hellauf begeistert und das Gespräch ist damit lanciert. Die anderen zeigen meist eher zu viel Respekt, gehen auf Distanz, haben wenig Ahnung, was wir machen, glauben, dass man da irgendwelche PC-Bauteile zusammenschraubt oder ein PC-Freak ist.

Dann kommt häufig die Frage, ob es denn nicht langweilig sei, acht Stunden pro Tag vor dem Bildschirm zu sitzen. Viele glauben, dass dieser Job extrem öde sei. Sie sehen nicht, dass wir tagtäglich spannende Aufgabenstellungen bewältigen.

M.T: Acht Stunden am Bildschirm ist auch für den Körper nicht ohne. Hast du Probleme damit?

Nein, einzig das Zurückkommen aus der virtuellen in die reale Welt ist nach acht Stunden Programmierung manchmal schon nicht so einfach. Ich bin während der Arbeit sehr tief in der Programmierung versunken. D.h. wenn mich jemand anspricht, kann ich im Moment gar nicht so schnell reagieren, da meine Gedanken tief im Projekt sind.

M.T: Dein Schlusswort?

Nachdem ich mir ein etwas «dickeres Fell» zugelegt habe, bin ich sehr froh, diesen Beruf gewählt zu haben. Und mir gefällt die Arbeit hier extrem gut, weil jeder jederzeit ein offenes Ohr hat. Ich kann einem Mitarbeiter auch dann, wenn er mit viel Arbeit eingedeckt ist, Fragen stellen und bekomme immer eine Antwort. Diese Rückendeckung gibt schon ein gutes Gefühl.

 

User-Tipp: Regeln in Outlook

51_20070629_Regelassistent_OutlookIn Outlook lassen sich sogenannte Regeln definieren, mit denen Sie bestimmen können, aufgrund welcher Merkmale wie mit einem Mail umgegangen werden soll. Die Möglichkeiten sind sehr umfassend. In der Folge beschreibe ich Ihnen die Erstellung einer Regel, die alle Mails löscht, in deren Text sich der Begriff Müll befindet. Mit Löschen ist in diesem Sinne das Verschieben in den Papierkorb gemeint.

1. Wählen Sie im Menü Extras den Begriff Regel-Assistent.
2. Klicken Sie rechts oben auf den Button Neu.
3. Wählen Sie Nachricht bei Ankunft prüfen und klicken Sie auf Weiter.
4. Scrollen Sie bis zum Eintrag mit bestimmten Wörtern im Text und kreuzen Sie diesen links an.
5. Klicken Sie im unteren Feld auf die unterstrichenen Wörter.
6. Tragen Sie im nun erscheinenden Fenster ins Feld rechts von Neu hinzufügen den Begriff Müll ein und klicken Sie auf den Button Hinzufügen.
7. Klicken Sie auf den Button OK.
8. Klicken Sie auf Weiter.
9. Kreuzen Sie die Checkbox bei diese löschen an und klicken Sie auf Weiter.
10. Klicken Sie im folgenden Fenster wiederum auf Weiter.
11. Geben Sie der Regel einen Namen. Bestimmen Sie, ob die Regel auf bereits vorhandene Emails angewendet werden soll. Und wählen Sie, ob die Regel aktiviert werden soll.
12. Klicken Sie danach auf Fertig stellen.
13. Klicken Sie auf OK um den Regel-Assistenten zu beenden.

Hinweis: Die Beschreibung bezieht sich auf Outlook 2000.

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Wir von softline intra AG haben die bisherige strategische Microsoft-Ausrichtung untermauert und sind microsoft certified partner geworden. So können wir unseren Kunden noch mehr als bisher Hilfe in Fragen um Microsoft-Produkte anbieten.

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© softline intra AG, 8610 Uster, 2007

Kommentar

Liebe Spammer

Was wären wir, wenn wir euch nicht hätten!

1. Wir müssten uns wöchentlich ins Warenhaus bemühen, um schwarze Socken einzukaufen.
2. Wir würden zeitlos umherirren, weil unsere Unterarme nicht mit zahllosen wertvollen Armbanduhren geschmückt wären.
3. Wir Männer müssten feststellen, dass wir in unserer Funktion als Stammeshalter völlig unzureichend funktionieren. Dank euch stirbt unsere Rasse nicht aus. Ein Bravo an euch, die Menschheit ist gerettet!

Was wären wir, wenn wir euch nicht hätten!

Sehr interessiert habe ich auch eure Börsenempfehlungen studiert. Am 28.5.07 habt ihr empfohlen, Aktien der Firma Miobet AG zu 13.5 Cent zu kaufen. Nach eurer «absolut realistischen Einschätzung» würde der Kurs bis am 4.6.07 auf 45 Cent steigen. Da mir leider wie immer gerade das nötige Kleingeld fehlte, konnte ich nicht vom grossen Glück profitieren. Doch wie viele Anleger konnten wohl dank eurem Tipp steuerfrei Tausende von Franken einstreichen!

Was wären wir, wenn wir euch nicht hätten!

Eine Bitte hätte ich an euch: Schreibt mir doch bitte eure frohen Botschaften in Deutsch, denn mein Englisch ist nicht so toll. Wenn ich mir schon die Zeit nehme, täglich gegen 140 Mails zu lesen, würde ich auch gerne verstehen, was ihr mir mitzuteilen habt. So wie z.B. der folgende Ausschnitt aus einem der wenigen – in passablem – Deutsch abgefassten Mails:

«Verzicht: Diese Anzeige wurde gesendet, um dich uber diese Firma zu informieren. Deine eigene Forschung tun, bevor Sie kaufen. Der Absender wurde $25.000 fur diese Sendung ausgeglichen.»

oder

«Fehler melden Fehler melden Name: E-Mail-Adresse: Fehlerbericht: Sie sind hier: meiert.»

Vielen Dank für diese unzähligen unbezahlbaren Gratis-Informationen. Ihr seid wirklich Pfundskerle!

Was wären wir, wenn wir euch nicht hätten: Ganz im Ernst, lieber Leser – viel glücklicher!

Michael Thoma

P.S: Die Aktie der Miobet AG stand am 4.6.07 bei 13 Cent, und gestern schloss sie bei 12,9 Cent.