Newsletter vom 16.06.2011

NEWSLETTER / 16.06.2011

Sehr geehrte Damen und Herren

Wissen Sie, was «Application Service Provider» bedeutet? So viel sei verraten: Sie müssen nie mehr ein Windows-Update vornehmen oder Software installieren. Martin Widmer weiss mehr darüber und hat dies im folgenden Artikel beschrieben.

Im Kommentar widmet sich dann Michael Thoma den Themen «fassbare Bauklötzchen und unfassbare Daten.»

Ich wünsche Ihnen unfassbar viel Spass beim Lesen unseres Newsletters.
Kurt Bleisch

Application Service Provider ASP

Arbeiten Sie täglich mehrere Stunden am PC? Gehören Sie zu jenen Menschen, die nur EINEN Wunsch haben: ein funktionierendes System? Und ärgern Sie sich auch, wenn Windows wieder einmal eine seiner unverständlichen Fehlermeldungen von sich gibt?

Das Problem ist so alt wie die Geschichte des Personal Computers: Programme arbeiten nur widerwillig, nach dem Update von Windows starten gewisse Applikationen schon gar nicht mehr und der zu Hilfe geeilte Computer-fachmann bringt das Ganze in stundenlanger (teurer) Arbeit irgendwie wieder zum Laufen.

Ein Computersystem fit zu halten kostet Geld, viel Geld. Immer leistungshungrigere Software verlangt nach immer schnellerer Hardware. Die entsprechenden Budgetposten belegen in Schweizer Firmen schätzungsweise zwischen 10 – 20 % des Gesamtbudgets. Insbesondere Neufirmen stehen mit den IT-Erstinvestitionen vor einem schwer zu stemmenden finanziellen Kraftakt.

Eine mögliche Lösung bieten Application Service Provider (ASP) an. Diese Firmen vermieten Hardware, Software und entsprechende Dienstleistungen. Der Kunde besitzt nur noch eine Arbeitsstation, mit der er übers Internet auf seine beim ASP installierte virtuelle Umgebung zugreift. Eine virtuelle Umgebung in diesem Sinne ist eine 100%-ige Kopie eines PCs mit Betriebssystem, Programmen und allen Daten.

Vom Feeling her ist es für den Kunden das Gleiche, ob seine Programme wie bisher lokal auf seinem PC laufen oder er beim ASP auf seine virtuelle Maschine zugreift. Der Unterschied liegt darin, dass sich der ASP um alle Belange wie Aktualisierung des Betriebssystems, Stabilität und Datensicherung kümmert. Der Kunde entbindet sich damit von Aufgaben rund um die IT und kann seine Energien auf sein Kerngeschäft richten.

Mit der Miete dieser Dienstleistungen sind die Kosten klar definiert. Das Budget wird z.B. nicht durch plötzlich zu ersetzende Hardware oder Kosten für Support durchkreuzt. Kapital, das für die Beschaffung von Hardware und Software gebunden würde, kann gespart oder für andere Aufgaben eingesetzt werden.

Unsere Tochterfirma Addon Center bietet eine solche Lösung im Zusammenhang mit ihrer ERP-Lösung AOC Enterprise an. Bei der Firma Vertical in Kloten (vertical.ch) mietet der Kunde die Hardware, wo das ERP-System installiert und in Stand gehalten wird. Die Lösung ist auch deshalb interessant, da der Kunde von verschiedenen Standorten aus auf die ERP-Software zugreifen kann. Das ist in der heutigen Geschäftswelt aufgrund der Betriebsstrukturen nicht nur ideal, sondern häufig unumgänglich.

Auch die immer stärker auf den Markt drängenden Tablets sind für diesen Einsatz geeignet. Mit der entsprechenden Installation kann man auch mit einem iPad von unterwegs übers Internet auf seinen virtuellen Rechner zugreifen.

Jede Lösung hat jedoch auch Seiten, die kritisch betrachtet werden müssen: Eine funktionierende Internetverbindung ist Pflicht. Falls man längere Ausfälle geschäftlich nicht verkraften kann, muss ständig ein zweiter Provider zur Verfügung stehen, der in die Bresche springt und den Datenstrom gewährleistet.

Ein zweiter Punkt: Mit der Virtualisierung ihres eigenen PCs vertrauen Sie Ihre Daten dem ASP an. Auch betriebskritische Daten befinden sich dann nicht mehr in Ihrem Haus, diese liegen auf der Hardware des ASP. Dieser Gedanke kann erst einmal ein ungutes Gefühl auslösen. Zu bedenken ist dabei jedoch, ob die Daten auf Ihrem fast ununterbrochen mit dem Internet verbundenen PC sicherer sind als auf einem von Profis gewarteten und geschützten Server eines ASP. Sicher vor Datenklau ist nur, wer seinen PC nie mit dem Internet verbindet und niemanden an seinen PC lässt.

Die Vorteile dürften insgesamt jedoch überwiegen: Geringere Initialisierungskosten, Budgettreue, ständige Wartung durch Profis und nur minimaler Bedarf an Hardware in Ihrer Firma machen diese Lösung attraktiv.

Im Speziellen für junge Unternehmen kann dies eine echte Alternative darstellen. Auch wenn es (noch) nicht dem gängigen Modell entspricht, so ist es möglicherweise ein Schritt in jene digitale Zukunft, die wir heute noch als fremd einstufen.

Falls Sie sich mehr für das Thema ASP oder ERP-Systeme interessieren, freuen wir uns auf Ihre Kontaktaufnahme. Sie erreichen uns unter
044 942 50 60 oder martin.widmer@softline-intra.ch

Martin Widmer
Mitglied der Geschäftsleitung
softline intra AG

Das Interview: Heute mit Daniel Schwyter

Michael Thoma: Die meisten unserer Mitarbeiter sind Analytiker-Programmierer. Du hingegen trägst den Titel dipl. Informatik-Techniker HF. Wo liegen da die Unterschiede?

Daniel Schwyter: Bei beiden Ausbildungen wird das Grundwissen sehr gut aufgebaut. In der Ausbildung zum Techniker HF wird hingegen nachher mit viel «Tempo» vertieft.

Ich machte zuerst eine Lehre als Elektromechaniker. Dort lernten wir am Rande mit Pascal programmieren. Das hat mir gefallen, deshalb absolvierte ich danach die Technikerschule. So kam ich indirekt zum Programmieren.

M.T: Ist das wie eine 2. Lehre?

D.S: Jein, die Ausbildung selber schon, aber die Schulzeiten eher nicht. Ich hatte nebst einem Job während 3½ Jahren jeweils an zwei Abenden 4 Stunden plus am Samstag Schule. Das war ziemlich anstrengend. Gegen Ende war ich dann froh, dass es bald fertig war.

M.T: Wenn man sich für einen Beruf mit dem Computer entscheidet, muss man schon ziemlich davon begeistert sein. Hält diese Begeisterung ständig an oder gibt es bei dir auch Computerverdruss? Steht bei dir zuhause überhaupt ein Computer?

D.S: Doch, doch, da steht schon einer. Ich programmiere Webseiten für einige Vereine und auch sonst interessiert mich fast alles Elektronische.
In den Ferien hingegen kommt mir kein Computer unter die Augen.

M.T: Wie stellst du nach Feierabend vom Job ab?

D.S: Beim Fussball, Hundespaziergang oder auf Ausflügen am Wochenende kann ich recht gut abschalten.

Manchmal finde ich dann allerdings auch die Lösung für ein Problem, nach dem ich während der Arbeit stundenlang gesucht habe.

M.T: Abschalten ist also nicht immer so einfach…

D.S: Manchmal bleiben beim Verlassen des Büros die Gedanken an einem Programmierproblem hängen. Plötzlich hat man eine Lösung, die sich am kommenden Tag als gut herausstellt. Da fragt man sich dann schon, was man denn am Vortag gemacht hat!

Manchmal verbeisst man sich in ein Problem und übersieht dann logische Abläufe. Da hilft es, einen anderen Programmierer zu fragen, der dann häufig sehr schnell mit dem Finger auf die Ursache des Problems zeigen kann. Ab und verliert man in der Hitze des Gefechts den Blick für das Offensichtlichste, man sieht vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr.

M.T: Gibt es keine Möglichkeit, dies zu umgehen?

D.S: Manchmal wechsle ich einfach zu einer anderen Aufgabe. So habe ich gleichzeitig zwei Projekte offen, wo ich bei Bedarf einfach wechseln kann.

Oder ich stehe kurz auf und hole etwas zu trinken.

M.T: Sehen die Programme, die du früher geschrieben hast, komplett anders aus als jene, die du heute schreibst?

D.S: Ja. Früher habe ich einfach drauflos programmiert, dann hier etwas eingeschoben und dort den Code «verwürgt». Mit den Programmierrichtlinien, die wir hier in der softline anwenden, ist jedoch klar definiert, was wie gemacht wird.

M.T: Woher holst du dir neues Know-how?

D.S: Da sind einerseits die Mitarbeiter, die gute Ideen haben, oder im Internet findet man sehr viele Antworten. Natürlich gibt es auch sehr gute Bücher.

M.T: Spezialisiert sich ein Programmierer auf bestimmte Branchen wie z.B. Banken, Verkehr, Industrie?

D.S: Für mich als Programmierer spielt die Branche keine so grosse Rolle. Es ist viel wichtiger, dass sich die Firma in der Nähe des Wohnortes befindet und die Programmiersprachen stimmen.
Kennt man die Branche, hat das sicher Vorteile. Vor allem versteht man die logischen Abläufe schneller und was passieren muss, um die Vorgaben zu erfüllen.

User-Tipp: Bausteine in Word 2007

Eine der nützlichsten Neuerungen in Word 2007 sind die Bausteine. Sie geben uns die Möglichkeit, häufig verwendete Elemente so abzulegen, dass sie jederzeit und schnell zur Verfügung stehen. Als Element kommen unter anderem reiner Text, Textfelder, Kopf- und Fusszeilen, Tabellen, Deckblätter und Inhaltsverzeichnisse in Frage.

In unserem Beispiel wird ein reiner Text als Baustein in der Gruppe Schnellbausteine abgelegt. Tippen und selektieren Sie den Text, der als Baustein zur Verfügung stehen soll. Klicken Sie im Menü Einfügen auf Schnellbausteine. Fahren Sie dann mit der Maus bis zum Eintrag Auswahl im Schnellbaustein-Katalog speichern. Im folgenden Fenster geben Sie dem Baustein einen Namen und bestätigen mit Ok. Wenn Sie nun wiederum auf den Button Schnellbausteine klicken, steht Ihnen Ihr neuer Baustein bereits zur Verfügung.

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Kommentar

«Au fein, schon wieder so viele interessante Dinge, die sie mir vor die Nase stellt», denkt sich die zehnmonatige Alina, während ihre Mutter den Tisch deckt. «Welches schmeisse ich als erstes auf den Boden? Hm, leider sind all die tollen Dinge ziemlich weit weg. Mit etwas Strecken könnte es ja trotzdem zum Wasserglas reichen…»

Als Alternative zum Aufgetischten bekommen unsere süssen Kleinen ja mit Spielzeug angehäufte Zimmer. Wir alle haben ja als Winzlinge Klötzlikurse, Duplo- und Lego-Workshops absolviert. Die dänischen Bausteine mit den unverkennbaren Noppen erfreuen seit 1949 kleine und auch grosse Kinder.

Etwas schwieriger wurde es, als man uns von Dingen erzählte, die man weder sehen noch anfassen kann wie z.B. Luft, Liebe, Ruhe. Für ein Kind ist das Sicht- und Ertastbare Realität. Wenn ich meinen Sohn fragte, welches mein Computer sei, dann zeigte er auf den Bildschirm. Dass das – technisch – Wesentliche in der grossen grauen Kiste unter dem Tisch steckte, war für ihn unwichtig, nur das Sichtbare zählte – der Bildschirm.

Seien wir mal ehrlich: Auch uns abstraktionserprobten Erwachsenen fällt es schwer zu verstehen, wie denn Daten auf unserer Festplatte aussehen. Dass da nur Nullen und Einsen stehen sollen, ist zumindest suspekt. Und diese vielen Zahlen sollen dann farbige Punkte auf den Bildschirm zaubern? Äusserst suspekt!

Die Tatsache, dass Daten dank Internet in Hunderte von Einzelteile zerhackt durch die ganze Welt geschupst werden können und (fast) alle am gleichen Ort zusammen-gesetzt wieder ein Ganzes ergeben, macht die Materie nicht realer. Real ist nur, dass das Foto von Alina innert Sekunden auch auf dem Bildschirm ihrer Gotte sichtbar ist. Wir können nur Bauklötze staunen, wie gut das funktioniert.

So bleiben Daten auch für uns nur bedingt fassbar, ob sie nun auf meinem PC liegen oder extern in einer Wolke schweben. Wenn dann zwielichte Figuren meine Daten auch noch von meinem PC zügeln, ohne dabei gesehen zu werden, so wirkt das auf mich irreal und unfassbar.

Bei Alina ist alles viel besser sichtbar: Was sie vom Tisch runter wirft, ist weg. Das ist real – genauso wie Muttis sich verdrehenden Augen.

Michael Thoma