Newsletter vom 20.12.2007

NEWSLETTER / 20.12.2007

Sehr geehrte Damen und Herren

Im diesjährigen Weihnachtsnewsletter erfahren Sie, was der Weihnachtsmann auf einem Stahlträger zu suchen hat, weshalb Wirtschaftsinformatik nichts mit Beizen-Software zu tun hat und warum klein Moritz nicht mehr an den Samichlaus glaubt.

Viel Spass beim Lesen und eine schöne Weihnachtszeit wünscht Ihnen das gesamte softline intra Team.

Kurt Bleisch
Geschäftsführer

Der Samichlaus

Was wir landauf landab als «gemütliches Zusammensein» definieren, findet in der Regel nicht auf einem Stahlträger rund 200 Meter über dem Erdboden statt. Die luftige Höhe mit der (wörtlich!) atemberaubenden Aussicht verdanken die elf Samichläuse den Zmittag essenden Bauarbeitern vom Foto «Lunch atop a skyscrapper», das 1932 beim Bau des General Electric Buildings in New York im 69. Stock aufgenommen wurde.

Die Gemütlichkeit trügt jedoch und zeigt wahrscheinlich nur die Samichlaus-Ruhe vor dem Geschenkli-Sturm. Und dieser Sturm muss ganz heftig sein. Berechnungen kommen zum Schluss, dass sich der Weihnachtsmann mit 1040 km/s bewegen müsste, um in einer Nacht alle Kinder dieser Welt beschenken zu können. Dem Druck von gut 20 Millionen Newton wäre er wohl ohne Suva-Stahlkappen-Zipfelmütze kaum gewachsen. Das Ganze ist allerdings nicht ganz ernst zu nehmen und läuft unter dem Namen «Nikolausphysik».

Etwas ernster nehmen die Chläuse die farbigen Briefe. In ihnen formulieren Kinder ihre möglichen und unmöglichen Wünsche. Wenn es die Eltern bisher schon nicht schafften, so könnte es ja möglicherweise der Weihnachtsmann richten. Viele Hunderte von Helfern beantworten jährlich rund 250000 Briefe, die in Dörfern wie Himmelreich, Himmelstadt und Himmelpfort landen.

Sein auffällig rotes Gewand trägt er schon seit den 1920er-Jahren. Dass er so einheitlich auftritt, ist u.a. einer Coca-Cola-Werbeaktion zu verdanken, die zwischen 1931 bis 1966 jedes Jahr ein leicht verändertes Bild des Santa Claus in die Welt trug. Der Jahreszeit entsprechend ist das Gewand warm und im Falle des Stahlträgers sollte es vielleicht auch gepolstert sein.

Ich werde allerdings das Gefühl nicht los, dass wir alle in dieser Zeit Chläuse sind: Viel Arbeit und Hektik, keine Ruhe und die bange Frage, ob wir alles vor Weihnachten auf die Reihe bekommen. Wir quälen uns durch Berge von Pendenzen, schieben uns in der Masse von Göttis und Gotten durch jingle-bellende Warenhäuser und erwehren uns der quängelnden Nervosität unserer lieben Kleinen.

Gedacht war es ja anders: Die Adventszeit sollte die Vorbereitung aufs Weihnachtsfest und die Geburt Christi sein und in uns Ruhe und Vorfreude hervorrufen. In diesem Sinne hoffe ich, dass Sie in diesen Tagen einen Gang runter schalten und ein gemächlicheres Tempo anschlagen können.

Mein Motto: Sei kein Chlaus und nimm es etwas ruhiger.

Ich wünsche allen für die kommenden Weihnachtstage
– gemütliches Zusammensein mit Freunden
– ein warmes Gewand
– eine kuschelige Sitzgelegenheit
– eine spannende Lektüre
– und eine schöne Aussicht

Michael Thoma

 

Das Interview: Heute mit Martin Widmer

Martin Widmer ist dipl. Wirtschaftsinformatiker, hat sich als Basler nach Zürich getraut und kann dumme von intelligenten Fischen unterscheiden.

Michael Thoma: Du bist dipl. Wirtschaftsinformatiker. Kannst du uns eine kurze Beschreibung von dieser Ausbildung geben?

Martin Widmer: Bei dieser Ausbildung an der Uni Zürich liegt das Schwergewicht auf angewandter Informatik. Es geht weniger um technische Informatik…

M.T: …was ist«technische» bzw. «angewandte» Informatik?

M.W: Die technische Informatik geht mehr in die Physik, in die Grundlagen. Sie beinhaltet u.a. Prozessorenbau oder Mikrocontroller-Programmierung, was z.B. in Waschmaschinen Verwendung findet.

Die angewandte Informatik ist dagegen mehr lösungsorientiert, geht mehr in Richtung Anwendungen. Wir haben Konzepte kennengelernt, wie man Systeme bauen kann, auch der Aufbau von Datenbanken ist ein Teil der Ausbildung.

M.T: War für dich immer klar, dass du Informatiker werden willst?

M.W: Für mich war es nicht klar, bis 1983 der erste IBM-PC bei uns zuhause stand. Ich begann mich dafür zu interessieren und bekam eine eigene Diskette – eine 5 1/4-Zoll Diskette mit 360 Kbyte Speicherkapazität, Kostenpunkt damals CHF 10.-!

Fasziniert hat mich die Tatsache, dass es Maschinen gibt, die alles können. Man muss ihnen nur sagen, was sie zu tun haben. Wenn man es richtig anstellt, dann machen diese Dinger wunderbare Sachen.

M.T: Im Allgemeinen träumen Leute ja davon, sich selbständig zu machen und ihrer Anstellung den Rücken zu kehren. Du hast den umgekehrten Weg gewählt. Weshalb?

M.W: Ich war selbständig, allerdings nur um mein Studium zu finanzieren und zu Händlerpreisen einkaufen zu können.

Es war nie die Idee, davon leben zu können. Als einzelner Programmierer ist es auch schwierig, gegenüber Kunden aufzutreten, da sich diese nicht gerne von einer Einzelperson abhängig machen.

In der Regel kannst du dann ja auch nur ein Projekt bearbeiten. Wenn du eins hast ist es toll, wenn du keins hast, ist es die Katastrophe. Du hast keinen Stellvertreter und in den Ferien musst du immer erreichbar sein.

M.T: Stresst dich die Tatsache, dass du dich in einem Business bewegst, in dem die heutige Erfahrung morgen schon wieder Schnee von gestern ist?

M.W: Die Konzepte, die hinter einer Softwarelösung stecken, sind etwas langlebiger als Programmiersprachen. Das Konzept einer strukturierten Programmiersprache existiert inzwischen schon gegen 30 Jahre und ist immer noch aktuell. Auch die jetzt immer häufiger eingesetzte objektorientierte Programmierung dürfte über längere Zeit Bestand haben.

Gerade Access ist ein schon oft verschrienes Programm, auf dem jedoch Applikationen 10 Jahre mehr oder weniger wartungsfrei laufen.

M.T: Woher hat denn Access seinen schlechten Ruf?

M.W: Es ist vergleichbar mit einer Elektroinstallation. Ein Kabel abschneiden und einziehen kann jeder. Doch falls es nicht fachgerecht gemacht wird, kommt es evtl. zu Kurzschlüssen und Bränden. Jeder kann probieren, man kommt jedoch nur dann ans Ziel, wenn man Bescheid weiss.

Die zu vielen Freiheiten führen teilweise zu katastrophalen Lösungen. Zu Beginn laufen diese noch ganz gut. Falls dann jedoch weitergebaut wird, stellt man fest, dass zu Beginn nicht genug weitsichtig geplant wurde.

M.T: Als Basler, müsste man meinen, hast du es in Zürich schwer. Wieso bist du ins «Feindesland» vorgestossen?

M.W: In Zürich ist viel los, die Steuern sind niedriger und ich wollte schon immer mal in eine Stadt ziehen. Ich geniesse es z.B. auch, mit dem Velo in der Stadt unterwegs zu sein. Die gegenseitige «Liebe» der Zürcher und Basler erlebe ich eher auf der lustigen Seite.

M.T: Du hast ein spezielles Hobby: Du hältst Fische in Aquarien. Bist du erblich vorbelastet oder ist das ein Bubentraum?

M.W: Es ist der gleiche Grund wie beim Computer. Es ist eine eigene Welt in einem Kasten, dessen Inhalt du selber bestimmen kannst. Du kannst etwas «lieben Gott» spielen.

Abgesehen davon ist es spannend, die Tiere zu beobachten. Ich habe da z.B. auch Guppies drin, ein Allerweltsfisch. Diese schwimmen einfach herum und sind dumm.

M.T: Gibt es demnach auch intelligente Fische?

M.W: Ja, z.B. Fische, die Brutpflege betreiben. Sie suchen sich zuerst einmal einen geeigneten Platz, dann bewachen sie die Eier abwechslungsweise. Nach dem Schlüpfen führen die Eltern diese in einer Wolke durchs Aquarium und greifen jeden noch so grossen fremden Fisch, der sich in die Nähe getraut, an.

Guppies hingegen sind lebendgebärend. Die Jungen kommen auf die Welt und sind sofort sich selbst überlassen.

 

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Kommentar

Du Samichlaus

Du solltest dich was schämen! Habe dich am 6. Dez genau gesehen, wie du bei Rot über die Strasse gerannt bist, pfui!

Da hast du mir letztes Jahr ruteschwingend einen Vortrag gehalten, es sei für einen 5-jährigen unschicklich, mit dem Ball die Weihnachtsbeleuchtung an der Zürcher Bahnhofstrasse abzuschiessen. Dabei war dies ja nur ein Teil meines Fussballtrainings für die Euro 08. Irgendjemand muss ja den Schweizer Torhüter ersetzen, falls dieser im Endspiel gegen die Türkei das Lampenfieber plagt.

Und jetzt dies! Hattest du etwa das Gefühl, dass das Figürli in der Ampel ein Arbeitskollege von dir sei, den du begrüssen musst? Dafür ist er viel zu dünn, ausserdem fehlt der Bart. Und falls der Samichlaus, wie ihr uns ja immer wieder weiss machen wollt, alle Kinder in einer Nacht beschenken soll, so hat er wohl keine Zeit, in einer Ampel dumm rumzustehen und ab und zu zu erröten.

Dass es nur einen Samichlaus geben soll, ist sowieso der grösste Unfug, der mir je zu Ohren gekommen ist. Denn ich habe gesehen, dass du dieses Jahr am linken Arm eine Rolex trugst. Letztes Jahr hattest du noch eine billige M-Budget-Plastikarmbanduhr, und dies erst noch am rechten Arm!

Wir Kinder sind ja schon doof, aber jeden Bären könnt ihr uns doch nicht aufbinden! Ausser vielleicht den ganz grossen im 1. Stock von Franz Carl Weber, da hätte ich nichts dagegen.

Also, falls du nächstes Jahr deine endlose Litanei auf die Hälfte reduzieren könntest und wieder zulässt, dass ich an Grosis Gehstock schnitzen darf, dann will ich über deinen Fauxpas mit der unkontrollierten Strassenüberquerung hinweg sehen.

c u
Moritz