Newsletter vom 26.06.2008

NEWSLETTER / 26.06.2008

Sehr geehrte Damen und Herren

Unser heutiger Hauptartikel beleuchtet zwei Begriffe, die allzu gerne verwechselt werden: Effizienz und Effektivität. Im Kommentar ergänzt dann Michael Thoma dieses Thema mit einem Praxisbeispiel aus dem Familienalltag. Im Interview kommt unser erster Lehrling zu Wort. Er berichtet in einer Rückblende von seiner Lehrzeit und seinem Australien-Trip. Ich wünsche Ihnen viel Spass beim Lesen und eine schöne Sommer- und Ferienzeit.

Kurt Bleisch
Geschäftsführer

Effizienz – Effektivität

Wenn in einer Firma von Leistungsoptimierung gesprochen wird, dann fallen auch schon bald die Begriffe Effizienz und Effektivität. Die drei identischen Anfangsbuchstaben verleiten dazu, beide Ausdrücke in den gleichen Topf zu werfen – zu Unrecht.


Effizienz ist gemäss Definition Nutzen geteilt durch Aufwand. Ein effizienter Mitarbeiter erledigt eine ihm aufgetragene Arbeit in kürzerer Zeit als ein ineffizienter Mitarbeiter. Die Effizienz kann jedoch nebst dem Zeit- auch mit dem Qualitätsfaktor gemessen werden: Ein effizienter Mitarbeiter liefert in der gleichen Zeit eine qualitativ bessere Arbeit als der ineffiziente Mitarbeiter. Bei der Betrachtung der Effizienz spielt also immer die Arbeitsleistung eine Rolle.

Die Effektivität hingegen beschreibt lediglich das Verhältnis von definiertem und erreichtem Ziel. Der effektive Mitarbeiter ist derjenige, der mit seiner Arbeit dem definierten Ziel am nächsten kommt, unabhängig davon wie viel Zeit er dafür einsetzt. So gesehen ist ein effizienter und effektiver Mitarbeiter derjenige, der die definierten Ziele in möglichst kurzer Zeit und guter Qualität erreicht.

Ein weiterer Aspekt ist der Betrachtungswinkel: Ein Dozent, der gleichzeitig vor 500 Studenten eine Vorlesung hält, ist aus der Sicht der Schule effizient, weil eine Lehrperson viele Studenten in kurzer Zeit «erledigt». Die Effektivität ist jedoch nicht optimal, da in einem überfüllten Hörsaal die optischen und akustischen Verhältnisse so schlecht sind, dass dadurch die Wissensvermittlung leidet.

Wir als Softwarehersteller können sehr effizient sein, indem wir in einem Programm täglich 2000 Zeilen Code schreiben. Wenn dieser Code jedoch nicht das bewirkt, was der Kunde will, dann ist es für den Kunden nicht effektiv. So gesehen sind von uns Effizienz und Effektivität gefordert: Effizienz senkt die Kosten bei gleichzeitiger Qualitätssteigerung, und Effektivität garantiert, dass das Programm auch das ausführt, was der Kunde bei der Auftragserteilung formuliert hat.

Effizienz und Effektivität haben also nicht viel gemeinsam. Vielmehr stellen sie in Kombination ein wirklich gutes Team dar, das die Produktivität in einer Firma wesentlich beeinflussen kann.

Das Interview: Heute mit Pascal Homberger

Pascal Homberger war Versuchskaninchen, bewegt mit seinen Programmen gerne etwas, und er weiss, was er tun muss, wenn ihm in Australien das Portemonnaie gestohlen wird.

Michael Thoma: Du warst der erste Lehrling, den softline intra AG ausgebildet hat. Wie ist das Gefühl, so als Versuchskaninchen hinzuhalten?

Pascal Homberger: Ich wollte ganz bewusst in einen Kleinbetrieb. In Grossbetrieben ist Vieles vorgegeben, die Strukturen sind fix, du hast deinen Vorgesetzten, der nach Plan ausbildet. Bei uns ist alles offener, du siehst in mehr Bereiche, der Betrieb hier ist lockerer.

M.T: Also von Montag bis Freitag Friede, Freude, Eierkuchen?

P.H: Nicht nur, wir haben mit softline intra AG eine für IT-Betriebe wirtschaftlich schwierige Zeit überstehen müssen. Es war beunruhigend zu sehen, wie zu Beginn meiner Lehre im Jahre 2001 viele Mitarbeiter, zu denen ich als Lehrling Vertrauen aufgebaut hatte, innert kurzer Zeit nicht mehr da waren.

M.T: Wie schätzt du die Qualität deiner Ausbildung ein? Kannst du die gelernten Inhalte im alltäglichen Berufsleben einsetzen?

P.H: Viele unserer Lehrer hatten nur eine Teilzeitanstellung und führten nebenbei häufig eine eigene Firma. Diese wissen, wie es in der Praxis läuft. Das sind keine Theoretiker, die nur Gelesenes wiedergeben. Sie schöpfen aus der persönlichen Erfahrung, was schon sehr wertvoll ist.

M.T: Hat ein älterer Arbeitskollege, der seit 20 Jahren programmiert, mit seiner Erfahrung mehr Vorteile als ein junger Programmierer, der eben erst die Ausbildung auf den neusten Technologien abgeschlossen hat?

P.H: Leute, die schon länger im Business sind, kennen die Entstehung von Technologien, haben mehr Hintergrundwissen, sie verstehen eher, weshalb die heutigen Lösungen so und nicht anders sind.

Auf der anderen Seite besteht die Gefahr von Altlasten. Das sehe ich bereits bei mir: Ich habe mich mit einer Entwicklungsumgebung angefreundet. Dann kommt eine neue Sprache, mit der du zuerst einfach mal Mühe hast. Und ich denke, dass dies im Alter immer schwieriger wird.

M.T: Du wirst also kaum bis zur Pensionierung programmieren.

P.H: Ich mache mir diese Gedanken bezüglich Planung von Weiterbildungen. Momentan gefällt mir die Programmierung extrem gut. Fakt ist, dass du dich immer weiterbilden musst. Und da kommt der Zeitpunkt bestimmt, wo du die Nase voll hast.

M.T: Und was macht man mit einer vollen Nase?

P.H: Es gibt die Möglichkeit, den Schwerpunkt in Richtung Projektleitung, Konzipierung oder Risikomanagement zu verlegen. Es liegt im Trend, Konzepte in der Schweiz zu erstellen und die Programmierung mehr und mehr ins Ausland zu verschieben, bei Standardsoftware häufiger als bei Individualsoftware.

M.T: Als Programmierer lernst du Betriebe in verschiedenen Bereichen kennen. Gibt es für dich ein Lieblingsbusiness?

P.H: Sehr spannend für mich sind Programme, die direkt «etwas bewegen», die sichtbar etwas steuern wie z.B. fahrerlose Wagen in einem Versandlager.

M.T: Du warst 6 Monate in Australien auf Reisen und zur Weiterbildung. Weshalb Australien? Ist dies ein Bubentraum?

P.H: Ja genau. Meine Primarlehrerin hatte uns damals den Auftrag gegeben, eine zweiwöchige Reise durch Australien zu planen. Herausgekommen ist eine Reise, die man in vier Wochen nicht durchgebracht hätte! Die Bilder hatten mich einfach fasziniert.

M.T: Siehst du heute gewisse Dinge anders als vor deiner Reise?

P.H: Mir wurde klar, welchen Standard wir in der Schweiz haben, und ich bin dankbar, dass ich in der Schweiz leben kann.

Und es hat mich verändert bezüglich Selbstsicherheit. Es war für mich ein Selbstfindungstrip, deshalb bin ich ganz bewusst alleine nach Australien gereist.

M.T: Bedeutet Selbstfindungstrip, dass du im Schneidersitz allein vor dem Lagerfeuer meditierst oder dass du übst, alleine ein Bahnticket zu kaufen?

P.H: Es geht darum, sich vom Vertrauten zu lösen, sich fern vom Schutz des Elternhauses draussen zu behaupten. Ich bin dankbar für die Erfahrung, dass ich mich mit der ungemütlichen Situation zurechtgefunden habe, als mir mein Portemonnaie mit Geld und Kreditkarte gestohlen wurde. Die Leute da unten sind schon sehr hilfsbereit.

 

User-Tipp: Signaturen in Outlook

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Kommentar

Wörter mit den Endungen -enz und -tät haben’s wirklich schwer! Mit diesen, bevorzugt in möchte-gern-wissen-schaftlichem Gekritzel, in Horden auftretenden Begriffen kann Otto-Normalverbraucher in der Regel grad mal so viel anfangen wie eine mongolische Wüstenmaus mit einem Tennisschläger.

Dabei ist es doch gar nicht so schwierig. Ein Praxisbeispiel:

Effizienz: Zum 12. Geburi bastelt Mutti ihrem computerverliebten Sohn auf dessen Wunsch einen Gugelhopf. Zur Effizienzsteigerung wird als Erstes das Rezeptstudium gestrichen. Mutti verquirlt also auf die Schnelle 1 Prise Mehl, 1 l Vollrahm, 1 kg Salz, 3 Nägeli und 10 Zitronen mit 20 Eiern – mit Schale, denn das zeitraubende Auspressen und Aufschlagen liegt auch nicht drin. Gott sei Dank kann sich Mutti auch zweifelsfrei daran erinnern, dass das Konglomerat dann in den Ofen muss. Aus Effizienzgründen darf es dort jedoch nur 10 Minuten bleiben.

Effektivität: Fabian ist vom Resultat dann ziemlich überrascht, da er als chronischer Surfer bei der Bestellung eines Google-Hubs effektiv an etwas ganz anderes gedacht hat.

Zusammenfassend kann man also sagen, dass Effizienz und Effektivität im Familienalltag dazu führen, dass sich Söhne noch mehr den virtuellen Genüssen zuwenden und den Papis am Abend für einmal ein gehörig grosses Stück Geburtstagskuchen übrig bleibt.

Michael Thoma

P.S. Der Autor legt sehr viel Wert auf die Feststellung, dass dieser Kommentar im Gegensatz zu vielen anderen zurzeit veröffentlichten Artikeln ohne das Wort Fussball auskommt… ups, oder doch nicht?