Newsletter vom 28.09.2006

NEWSLETTER / 28.09.2006

Sehr geehrte Damen und Herren

Was ist ein Sabbatical? Hätten Sie’s gewusst? Der Begriff «Sabbatical» entstammt einem biblischen Brauch, wonach ähnlich der bei uns bis ins 18. Jahrhundert praktizierten Dreifelder-Wirtschaft ein Teil der verfügbaren Felder (1/3 bis 1/7) während eines Jahres nicht bebaut wurden. Solche Regenerationsphasen tun nicht nur Feldern gut, auch ein im Arbeitsprozess integrierter Mensch braucht seine Auszeiten.

Nehmen Sie sich doch jetzt eine kleine Auszeit von wenigen Minuten, um unseren neusten Newsletter zu lesen.

Kurt Bleisch

Sabbatical

«Pro X Jahre Firmenzugehörigkeit können Sie ein Sabbatical von 4 Wochen beziehen. Diese Zeit soll zur persönlichen, nicht berufsbezogenen Weiterbildung und Horizonterweiterung genutzt werden». Diese Zeilen sind immer häufiger Bestandteil eines Arbeitsvertrages und zeigen nach meiner Meinung in eine bestimmte Richtung.

Für die Unternehmen zählen nicht mehr nur Ausbildung, Berufserfahrung, Weiterbildung, sondern auch Erfahrungen als Mensch, Lebenserfahrung ausserhalb des Berufsalltags. Sie haben erkannt, dass ein Sabbatical oder eine sonstige längere, freiwillige Abwesenheit vom Arbeitsplatz den Mitarbeiter nachhaltig prägt, positiv beeinflusst und die Zufriedenheit am Arbeitsplatz erhöht.

Eine solche Auszeit hat Vor- und Nachteile für den Arbeitgeber. Meistens vergrössert sich der organisatorische Aufwand proportional mit der Länge der Abwesenheit. Projekte müssen zeitlich umgelagert oder personell umbesetzt werden, für wiederkehrende Aufgaben muss ein Ersatz gesucht und eventuell eingearbeitet werden. Allgemein kann gesagt werden, dass die ganze Zeit der Abwesenheit schon im Voraus geplant sein muss.

Dies kann aber auch ein Vorteil für ein Unternehmen sein. So richtig ins Bewusstsein eines Vorgesetzten rückt die Arbeit eines Mitarbeiters erst, wenn sie für eine bestimmte Zeit ersetzt werden muss. Ausserdem bietet sich dadurch immer die Gelegenheit, Abläufe zu überdenken und gegebenenfalls zu ändern. Dies sind Aufgaben, denen sich im laufenden Betrieb niemand annimmt, die aber sehr wichtig wären.

Den grössten Vorteil dürfte sich hingegen für den Mitarbeiter selbst ergeben. Durch das Vertiefen eines Hobbys, durch eine längere Reise, einen Sprachaufenthalt oder einfach nur das Auseinandersetzen mit sich selbst erweitern sich auf jeden Fall die Perspektiven, die Sichtweisen und der Horizont des Mitarbeiters. Alle wollen weltoffene und innovative Mitarbeiter! Ein Sabbatical ist bestimmt ein Weg, der in diese Richtung führt.

Lange Rede kurzer Sinn: Auch für mich ist die Zeit für eine längere Abwesenheit gekommen. Zusammen mit meiner Frau werde ich eine ausgedehnte Hochzeitsreise unternehmen und für 6 Monate Down Under und Neuseeland bereisen. In dieser Zeit, vom 1. Oktober 2006 bis zum 5. April 2007, werden Sie als Kunde von softline intra AG weiterhin kompetent und zuvorkommend bedient. Für alle Projekte sind Stellvertreter eingearbeitet, die Geschäftsführung übernimmt Herr Daniel Princz. Für Anregungen und Fragen ist unser Team jederzeit offen.

Ich freue mich auf wilde Abenteuer, ruhige Momente und viele neue Eindrücke, die ich mit meiner Frau auf dieser Reise erleben und aufnehmen kann. Aber ich freue mich auch auf die Zukunft, auf weitere Projekte und Herausforderungen, denen ich mich in der softline intra AG ab dem April 2007 wieder stellen darf.

Kurt Bleisch

Das Interview: Heute mit Daniel Princz

Daniel Princz ist dipl. Informatik-Ing. ETH, argentinisch-schweizerischer Doppelbürger, Vater von zwei Kindern und im kommenden Halbjahr Geschäftsleiter der softline intra AG.

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Michael Thoma: Du bist ja ausgebildeter Programmierer mit Abschluss an der ETH Zürich. Wenn du nochmals entscheiden könntest, würdest du diesen Beruf wieder wählen?

Daniel Princz: Wenn ich nochmals entscheiden könnte, würde ich wahrscheinlich Medizin studieren. Ich beschäftige mich gerne mit Problemstellungen. Im Falle der Medizin sind das menschliche Systeme, die geheilt werden müssen. Informatik bietet auch ganz konkret an, solche Problemstellungen zu lösen.

M.T: Warum hast du die Informatik der Medizin vorgezogen?

D.P: Es stellte sich damals die Frage: Gehe ich wieder zurück nach Argentinien oder bleibe ich in der Schweiz. Wichtig war, dass diese Ausbildung auch in Südamerika anerkannt ist. Bezüglich Medizin habe ich vielleicht etwas zu wenig recherchiert, die Informatik-Ausbildung jedenfalls wird auch drüben voll anerkannt.

M.T: Du bist im kommenden Halbjahr der Geschäftsführer der Softline intra AG. Mit welchen Gefühlen gehst du an diesen Job? Gibt es Ängste?

D.P: Ängste nicht, ich habe Respekt vor dem, was auf mich zukommt. Es sind Entscheidungen zu treffen, mit denen ich vorher nie konfrontiert war. Es gibt aber auch die andere Seite: Ich komme in eine Situation, die eine richtige Herausforderung für mich darstellt.

M.T: Welche Herausforderungen sind das?

D.P: Bisher habe ich kleinere und grössere Projekte als Projektleiter durchgeführt. Neu geht es für mich auch darum, die Voraussetzungen zu verhandeln, damit das Projekt überhaupt durchgeführt werden kann. Es geht um Ressourcenplanung, Abklärungen mit Kunden und Arbeitsbedingungen zu verhandeln. Ich werde Ansprechperson für Fragen und Anliegen von Kunden und Mitarbeitern sein. Oder ich werde mich z.B. auch mit jenen Verkäufern abgeben müssen, die unserer Firma irgend etwas Tolles anzubieten haben (lacht).

M.T. Wie waren/sind die Vorbereitungen auf diese Aufgaben?

D.P: Ich habe in der bisherigen Zeit bei softline intra AG immer wieder mitbekommen, wie der Geschäftsführer reagiert und entscheidet und werde versuchen, in dieser Art weiter zu navigieren. Es gilt, die Firmenphilosophie auch im kommenden Halbjahr zu leben.

M.T: Wird sich in deinem persönlichen Berufsalltag vieles verändern?

D.P: Das sehe ich jetzt schon. Es kommt sehr viel Administratives auf mich zu. Wir suchen z.B. für den kommenden Sommer einen Lehrling. Da geht es darum, die vielen Bewerbungen zu bearbeiten und danach die Schupperlehren zu organisieren. Es kommen jetzt auch Entscheide, ob wir z.B. weitere Mitarbeiter benötigen. Das ist neu und es wird meinen Arbeitstag schon verändern.

M.T: Du wechselst in dieser Firma die Position vom Mitarbeiter zum Vorgesetzten. Ist es nicht ein seltsames Gefühl, bei deinen Arbeitskollegen evtl. plötzlich Kritik anzubringen, zu motivieren oder Druck ausüben zu müssen?

D.P: Ist es schon. Es ist ja auch nur für eine begrenzte Zeit. Ich kann ja nicht sechs Monate den bösen Chef und danach wieder den tollen Kollegen spielen. Die Mitarbeiter sehen das ja auch. Und schlussendlich sehe ich uns als eingespieltes Team. Softline intra AG ist auch aufgrund der guten Mitarbeiter in der letzten Zeit gewachsen. Ich kann mich also auf gute Strukturen und hilfsbereite Mitarbeiter verlassen.

M.T: Vielen Dank, dass du dir für dieses Interview Zeit genommen hast. Ich wünsche dir alles Gute bei deiner neuen Aufgabe.

User-Tipp: Formatvorlagen

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Um in einem Worddokument eine gute Übersicht zu erhalten, werden z.B. Titel fett und GROSS, Untertitel kursiv etc. gemacht. Anstatt dies bei jeder Zeile einzeln einzustellen, kann man in Word Formatvorlagen zuweisen, die diese Einstellungen beinhalten. Setzen Sie dazu den Cursor in jene Zeile, aus der Sie z.B. einen Titel machen wollen und wählen Sie in der Symbolleiste Überschrift 1, schon sind die Eigenschaften dieser Formatvorlage dieser Zeile zugewiesen. Dort können Sie auch weitere vordefinierte Formatvorlagen wählen. «Normalem» Text ist üblicherweise die Formatvorlage Standard zugewiesen. Wer Tastaturkommandos liebt, erhält Überschriften mit Alt – 1, Alt – 2, etc. Falls Sie Formatvorlagen bearbeiten möchten, können Sie diese unter dem Menü Format – Formatvorlage… vornehmen. Der Einsatz von Formatvorlagen hat weitere entscheidende Vorteile: Falls Sie z.B. alle Titel grösser machen wollen, ändern Sie einfach die entsprechende Formatvorlage und schon sind alle Titel im gesamten Dokument grösser.

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© softline intra AG, 8610 Uster, 2006

Kommentar

Wenn jemand sagt, er sei durch down under gereist, dann muss es ihm wohl sehr schlecht gehen: Down, habe ich gelernt, heisst abwärts, deprimiert, unglücklich. Under lässt sich mit unter, zu wenig oder ungenügend übersetzen. Die Kombination von beidem bedeutet wohl, dass bei dem bedauernswerten Individuum sowohl die Kontostände wie auch der Sozialstatus im Minus stehen, die Frau ihn mit Schimpf und Schande verlassen hat und im besten Fall die Aufnahme in den Sozialempfängerstatus ansteht – mit ein Mal warmer Suppe pro Woche oder so.

Der weitgereiste Weltenkenner weiss hingegen, dass dem nicht so ist. Down under ist das Land, wo sich die Kängurus die Pfoten reichen und Crocodile-Dundees Krokodile küssen. Der fünfte Kontinent hat diesen Namen nur deshalb, weil er auf einer richtigen Weltkugel «unten durch muss».

Unser Chef will dorthin, einfach ein halbes Jahr weg. Er sagt dem Sabbatical. «Sechs Tage sollst du arbeiten, am siebten sollst du ruhn». Da er mit Sicherheit schon sechs Tage zusammen hat, lassen wir ihn ziehen. Sein Pult sieht auch schon ziemlich aufgeräumt aus und sein Stellvertreter ist informiert. Stellt sich die Frage, warum er uns sechs Monate verlässt. Hat er genug von uns, hat er uns nicht mehr lieb? Er sagt mir, es tue jedem gut, sich mal unter andere Menschen und Kulturen zu mischen. So werde man weltoffen und könne als Mensch wachsen. Er hat uns also noch lieb und kommt auch wieder zurück. Das ist auch die Idee eines Sabbaticals: Man nimmt sich eine Auszeit mit einer «Job-zurück-Garantie».

Im Internet liest man, Sabbaticals dienen der persönlichen Weiterbildung, Forschung, Familienpflege oder Befriedigung von Reiselüsten. Häufig seien dies jedoch nur Deckmäntelchen für einen versteckten Burn-out-Reparaturversuch. Schöner ist es da schon, wenn man schon ausgeschlafen ins Sabbatjahr starten kann.

Eines jedenfalls kann ich Ihnen, lieber Leser, versichern: Unser Chef gehört zu den Ausgeschlafenen. Er verreist nicht, weil er down oder under wäre.

Michael Thoma